Hallen-EM grandios schiefgelaufen: Ein "Sportevent als neuer Hotspot"

(Torun/Krefeld, 19. März 2021) Wahrlich kein Grund zu frohlocken. Mit der Mutmaßung, eher eine verlässliche Prognose, in unserer gestrigen Kolumne lagen wir leider goldrichtig, dass es sich bei den Corona-Infektionen anlässlich der Hallen-EM in Torun lediglich um die Spitze des Eisberges gehandelt habe. Inzwischen sickerten weitere Horrormeldungen durch. Der beileibe nicht auf Krawall gebürstete, seriöse Nachrichtensender n-tv titelte gestern mit der Überschrift „Schreckensszenario wahr geworden: ,Leichtathletik-Ischgl‘ als Olympia-Schock“  in einem kritischen, fast schon sarkastischen Beitrag (siehe Link), dass neben den Niederlanden (mittlerweile 9 Fälle) und Deutschland (7) auch Italien (15) sowie Großbritannien (10) betroffen wären.
Mittlerweile seien bis gestern Mittag mehr als 50 Infektionen aktenkundig geworden. Schwerlich vorstellbar, dass ausgerechnet Gastgeber Polen mit der größten Anzahl von Aktiven und erst recht Offiziellen verschont geblieben sein soll. Da werden unliebsame Dinge allerdings gerne mal vertuscht, und andere osteuropäischen Länder schnüren mit Geheimhaltung einen falsch verstandenen Solidarpakt. Rühmliche Ausnahme die Ukraine, die laut
Süddeutsche Zeitung" (SZ) vier Fälle protokollierte. Die SZ nennt auch Frankreich (6) und weitere Nationen ohne Mengenangabe.

Und was passierte bei den "Open Polish Masters"?

Obwohl sich Späße in diesem Zusammenhang verbieten, die Zeiten im Jahr zwei dieser vermaledeiten Seuche jedoch schon ernst genug sind, zitieren wir ohne uns die Tastaturfinger schmutzig zu machen nahezu wortgetreu ein ironisch-satirisches Bonmot aus dem n-tv-Text im Internet: „Für das DLV-Team reicht es selbst in dieser traurigen Nationenwertung nicht mal aufs Podest.“ Im echten Zerrbild des Medaillenspiegels war es Rang 16 knapp vor dem „Giganten“ Aserbaidschan.
Da können die reise- und wettkampflustigen Germanen geradezu von Glück sagen, eine Woche nach der EM bei den Offenen Polnischen Hallen-Meisterschaften der Ü35-Generation nicht am selben Schauplatz gewesen zu sein. Denn dass dort in der viren-geschwängerten Hallenluft alles koscher geblieben ist, gehört garantiert in den Bereich von Märchen aus Tausendundeine Nacht. Doch die Senioren*innen unter den Leichtathleten sind schlichtweg nicht interessant genug, als dass darüber berichtet würde.