"The Games must go on": Rumpf- und Schrumpf-DM unterm Hallendach

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(Dortmund/Krefeld, 20. Februar 2021) „The Games must go on“, sagte der damalige IOC-Präsident Avery Brundage (USA) nach dem perfiden Terroranschlag bei den Olympischen Spielen 1972 in München, bei dem elf israelische Sportler und ein deutscher Polizist den Tod fanden. Diesen Spruch machen sich auch Organisatoren von Sportveranstaltungen in Zeiten wie diesen zu eigen, wo in einer anderen, weitaus verheerenderen Art von Terror,  Corona genannt, trotz „Lockdown“ durch die zwangsimportierten, gefährlicheren Mutationen aus England, Brasilien und Südafrika die Infektionszahlen wieder steigen. Unter diesen Vorzeichen finden also ungerührt (ob ungetrübt, muss sich erst noch erweisen) heute und morgen die Deutschen Hallenmeisterschaften der Männer/Frauen in der semi-professionellen „Randsportart“ Leichtathletik statt.

Ein auf 234 Aktive begrenztes Teilnehmerfeld

Dafür muss nicht jede/r Verständnis aufbringen, derweil für eine nach Millionen zu rechnenenden Vielzahl von ambitionierten Amateur- und Freizeitsportlern seit Monaten momentan (*) noch die Null-Toleranz-Grenze mit einschneidenden, jedoch nachvollziehbaren Maßnahmen geschlossener Hallen, Sportplätze und Fitnessstudios gilt. Ungeachtet eines selbstverständlich penibel genauen Hygienekonzeptes mit einem extremen Aufwand für alle Beteiligten vor Ort. Dazu einer gegenüber fast demselben Zeitpunkt im Vorjahr in Leipzig (23./24.Februar), als die Welt scheinbar noch in Ordnung war, durch verschärfte Normen und Aussch(l)ussverfahren um nahezu die Hälfte auf 234 Aktive begrenzte Teilnehmerzahl. Ein rauschendes Fest der ehedem großen Leichtathletik-Familie sieht deutlich anders aus als diese Rumpf- und Schrumpf-DM in der Westfalenmetropole.
Doch der Zweck heiligt ja angeblich die Mittel. Schön, wenn’s denn helfen würde, diesem gemeinen Virus den Eintritt in die modernisierte Helmut-Körnig-Halle zu verwehren. Allerdings schwer zu glauben, bei dem was selbst alles in so genannten „Blasen“ beim Profisport passiert. Eine Aufzählung der Thomas Müller & Co. schenken wir uns jetzt.

„Livestream“ muss es hauptsächlich richten, um dabei zu sein

Doch nicht deswegen zeigt das ZDF diesen Titelkämpfen weitgehend die kalte Schulter, überträgt heute und Sonntag jeweils ein „Wintersport extra“ bis zum Abwinken. Lediglich morgen soll es ab zirka 16.30 Uhr eine 30-minütige Zusammenfassung geben. Ein qualitativ in Bild und Ton vermutlich nicht sonderlich anspruchsvoller „Livestream“ im Internet muss es folglich für interessierte Sehleute richten. – Alles Weitere unter leichtathletik.de

Eingeschränkter Freizeitsport ab Montag in NRW wieder erlaubt

*) Ab kommenden Montag dürfen in Nordrhein-Westfalen und möglicherweise anderswo Otto Normalverbraucher sowie Lieschen Müller auf Sportanlagen im Freien (!) wieder ihrem Bewegungsdrang bei hoffentlich nicht zu kalten Temperaturen frönen. Einschränkung: Wenn höchstens zwei Personen oder ausschließlich Personen aus einem Haushalt zusammen trainieren. Immer noch besser als nix. Die Trainer müssen unterdessen per Video und Fernsteuerung draußen bleiben. Das spielt für Leichtathletik-Senioren/innen indes eine untergeordnete Rolle, da sie in aller Regel Autodidakten wider Willen sind.