Ein virtueller Rundgang durch einschlägige Senioren-Netzseiten

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Krefeld, 07. Februar 2021)
Es ist gewissermaßen einer Art Berufskrankheit geschuldet, dass ein Sportjournalist nach gutem Brauch und alter Väter Sitte auch über den eigenen Zaun schaut, was so alles bildsprachlich in Nachbarsgärten blüht, wächst und gedeiht. Dass dies beim letzten flüchtigen Blick gar wörtlich zu nehmen ist, entsprießt allerdings dem Zufall und der mir in den Sinn gekommenen Wortschöpfung des Einstiegs in diese Kolumne. Schicken wir zum besseren Verständnis voraus, was so im ersten Monat des Jahres zwei von Corona auf unserer Internet-Spielweise los war. In Summe 35 (!) Beiträge in den Fenstern Nachrichten und Flurfunk. Also unserem selbst auferlegten Credo von mindestens täglich einem neuen Artikel Rechnung tragend. Und das waren keine Kurzmeldungen im ntv-Stil, die man mal eben bei Rot an der Ampel lesen kann, sondern bisweilen mangels Substanz über die eigentliche auserkorene Sportart hinaus sorgfältig recherchierter, informativer, fundierter, umfangreicher und unterhaltsamer Lesestoff.

Eine Stimme und Stimmung für LAMPIS

Das lässt sich natürlich prima von sich behaupten. Deshalb zitieren wir stellvertretend eine Stammbesucherin der Fraktion Sprint aus der W35, die eine gezielte Nachfrage zu unserem Bericht „Hinsichtlich der Ü35-Generation spielt der DLV mal wieder Streichkonzert“ hatte und so begann: „Zunächst einmal DANKE, dass Sie auch in dieser wettkampf- und gar allgemein sportarmen Zeit stetig weiter Interessantes rund um die (Senioren-)Leichtathletik berichten!“ Klar, habe ich mich neben der zeitnahen Beantwortung dafür bedankt, würde es auch öffentlich an dieser Stelle mit Namen wiederholen, wenn dem ohne eingeholten Freigabevermerk nicht diese mitunter leidige Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) entgegenstünde.

Eine winzige Verlautbarung der WMA, wenig Substanz auch auf der EMA-Netzseite

Da tun wir uns beim virtuellen Rundgang durch die wenigen einschlägigen Netzseiten leichter. Was bereits veröffentlicht worden ist, darüber darf – falls nötig – unverblümt vom Leder gezogen werden. Verpönte Schelte von Kollegen ist es eh nicht, da ausnahmslos keine beim Kopf- und Handwerk an der Tastatur gewesen sind.
Fangen wir wie es sich gehört in der obersten Etage mit dem globalen Dachverband World Masters Athletics (WMA) an – und sind schnell fertig. Ein Beitrag über die angedachte Änderung der Altersklassenfaktoren des mittlerweile überholten „model results 2010“ von Schöpfer Bernd Rehpenning aus Garbsen bei Hannover (das greifen wir in den nächsten Tagen gesondert auf). Darauf bezieht sich auch nach dem Motto hoch lebe die Vorlage die kontinentale Spitzenorganisation European Masters Athletics (EMA). Ansonsten noch drei Ankündigungen über ziemlich sinnfreie virtuelle Wettkämpfe, die sich inzwischen buchstäblich tot gelaufen haben.

Senioren-Spielecke beim DLV schlechthin eine informative Diaspora

Und nun kommen wir zur informativen Diaspora schlechthin, der Senioren-Spielecke auf dem Internet-Portal des ach so innovativen „Deutschen Leuchtturm-Verbandes“ mit weltweiter Strahlkraft von eigenen Gnaden, kurz auch mit echtem Kürzel DLV geheißen. Die obligatorische „Anti-Doping-Newsletter“ zum Monatsanfang außer Acht lassend, war es an der Zahl der WMA folgend ebenfalls lediglich ein mickriger Beitrag. Allerdings eine durchaus hübsche Idee, vier bekannte Seniorinnen zwischen 50 und 90 Jahren nach ihren Befindlichkeiten in Zeiten wie diesen Stellung nehmen zu lassen. Freilich leider unreflektiert und unredigiert vom Fragesteller. Da war vom „Covid-19-Virus“ die Rede. Corona heißt dieses elendige Virus. Erst die Lungenkrankheit, die daraus entstehen kann, aber zumeist nicht zwingend muss, nennt sich COVID-19. Ja, ich bin auch medizinischer Laie, pflege mich aber sachkundig zu machen, wenn schon bestimmte Fachbegriffe verwendet werden (müssen).

Aphorismen-Gärtner lässt oftmals Blumen sprechen

Bleibt noch in der übersichtlichen Landschaft das von ihm so benannte „Athletenforum und Mitteilungsblatt“ mit Namen ue30leichtathletik. Erscheint, um Missverständnissen vorzubeugen, ebenfalls digital und nicht analog. Dahinter steckt der frühere DLV-Senioren(ver)sprecher Alfred Hermes aus Jülich im Rheinland. Bei dem stark zum Aphorismus neigenden M75-Mittelstreckler („Nur die Möwe kennt den Weg“) blüht es dann tatsächlich auf großformatigen Fotos, die bisweilen mit kargen Überschriften allein für sich stehen. Ansonsten in per Saldo 13 Januar-Beiträgen überwiegend Zugesandtes, Abgekupfertes und Verlinktes, so auch das etwas näher beleuchtete Thema „Age Grading“. Na, immerhin das.
In diesem Sinne einen geruhsamen Sonntag mit gaaanz viel Wintersport im ZDF, eine möglichst geschmeidige 6. Kalenderwoche, und bleibt vor allem gesundheitlich „negativ“! Der nächste Frühling mit dann – hoffentlich
besseren Aussichten kommt bestimmt. Konkret am 20. März. Das sollte bei stringenter Disziplin und Durchhaltevermögen als Nahziel zu schaffen sein. Aber wir gehen selbstverständlich weiterhin auf Sendung.