Stehen Deutschlands "Fitte Alte" wirklich vor der Bewegungsinsolvenz?

(Neuss/Dormagen/Krefeld, 07. Januar 2021) „Sport ist im Verein am schönsten". Davon kündete schon vor nunmehr 47 Jahren der Werbeslogan vom damaligen Deutschen Sportbund (DSB), der später ein "Olympische" in den Verbandsnamen mit dem heutigen Kürzel DOSB einfügte. Zudem sind bei Leistungssportlern, egal welchen Alters, Wettkämpfe die Motivation und der Motor für ein regelmäßiges, gezieltes Training. Alles momentan Asche in diesen Zeiten von Corona mit geschlossenen Sportanlagen, Schwimmbädern und Fitness-Tempeln.
Ein düsteres Szenario sieht die Online-Ausgabe von „Die Welt“ in einem ausführlichen Beitrag (Lesedauer 6 Minuten) mit der Überschrift „Deutschland vor der Bewegungs-Insolvenz“ aufziehen. Dabei geht es dem Autor insbesondere um die bis dahin „Fitten Alten“, kommt der in Neuss wohnhafte und für den TSV Bayer Dormagen startende 83-jährige Dieter Wolf (im Bild) mehrfach zu Wort, der normalerweise mit Leichtathletik, Rasenkraftsport und LSW-Wettbewerben dreisgleisig fährt.

Ein allzu düster gezeichnetes Bild

Was den reißerisch-schwarzmalenden Titel angeht, möge sich jeder nach der Lektüre sein eigenes Urteil bilden. Allerdings gibt es bei Überwindung des stetig an einem zerrenden inneren Schweinhund außerhalb all der hoffentlich bald wiederkehrenden genannten Gegebenheiten schon noch genügend Möglichkeiten für sich und seinen Körper etwas zu tun. Schließlich dürfen wir bei allen Einschränkungen auch im Duett immer noch nach draußen zum Wandern, Walken, Joggen, Laufen oder Radfahren. Ganz
nebenbei" fördert es das seelische Wohlbefinden und stärkt das Immunsystem.
Klar, nicht jeder hat ein Haus mit Garten und einen kleinen Kraftraum im beheizbaren Keller oder der zweckentfremdeten Garage. Doch Fitnessübungen nur mit dem eigenen Körper, elastischen Therabändern verschiedener Zugstärken und/oder Kurzhanteln gehen überall. Selbst im stillen Kämmerlein eines 25-qm-Appartments. Dessen Vorkenntnisse oder Fantasie dazu nicht ausreichen, der kann sich Anleitungen/Anregungen in schlauen Fachbüchern und kostenfrei im Internet beschaffen. Aufraffen muss sich freilich jede/r selbst.
Indes nicht zu heilen ist die mit dem Generalproblem in Zusammenhang stehende Verarmung sozialer Kontakte, die jedoch nicht allein Sportler/innen beklagen.