Wikipedia: Alleswisser weisen Männer-Kugel mit falschem Gewicht aus

(Hagen/Krefeld, 22. Dezember 2020) Es weihnachtet sehr. Wer wollte das zwei Tage vor Heiligabend ernsthaft bestreiten? Wenngleich diesmal im Jahr eins von Corona auch im Zusammenhang mit dem Fest so ziemlich alles anders ist als bisher gewohnt. Ungeachtet dessen oder gerade deswegen wird in vielen Haushalten traditionell der Christbaum geschmückt. Bevorzugt mit Kugeln aller Art. Obschon ein sehr weiter Brückenschlag ist das unser Stichwort. Schließlich stellt in der Leichtathletik die Kugel ein klassisches Sportgerät dar. Und genau da hat der für den ASC 09 Dortmund startende Wurf-Allrounder Klaus Kynast aus Hagen in Westfalen seinerzeit aus Anlass eines kleinen Rätsels von LAMPIS einen Fehler bei den vermeintlichen Alleswissern von Wikipedia entdeckt. Beim umfangreichsten Online-Lexikon der Welt hat das runde Eisen in der Männer-Klasse seit 1860 unverändert 16 englische Pfund oder 7,257 Kilogramm zu wiegen. Knapp daneben ist bekanntlich auch vorbei.

Das war einmal und ist schon lange nicht mehr

Das war einmal und ist schon gaaanz lange nicht mehr. Als ich 1966 mit dem Vereins- und Wettkampfsport angefangen habe, war es tatsächlich noch jenes Gewicht. Das wurde dann irgendwann im Laufe der 1970iger Jahre gemäß internationaler Wettkampfregeln auf 7,26 kg geändert. Trotz eifriger Recherche und Nachfrage bei Statistik-Guru Bernd Rehpenning aus Garbsen konnte ich den genauen Zeitpunkt nicht ermitteln. Weshalb eine Änderung um jene minimalen drei Gramm erfolgte, ebenfalls nicht. Den Geräteherstellern und -Vertreibern konnte es indes recht sein. Denn bei damals noch nicht nachtarierbaren Kugeln haben sie eine schnelle Mark oder in welcher Währung auch immer gemacht.

Antiquarisches ist immer noch im Umlauf

Aber selbst heutzutage finden sich bei Werfertagen von kleinen Vereinen noch von Veranstaltern zur Verfügung gestellte Kugeln, die meist im Besitz der jeweiligen Gemeinde sind, mit dem Prägestempel 7,257. Die sind dann allerdings aufgrund des jahrzehntelangen Abriebs nicht nur um drei Gramm zu leicht. Die Gerätekontrolle haben sie logischerweise nicht passiert, da hier die Richtigkeit schlicht vorausgesetzt wird. Nur vom Athleten selbst gestellte Wettkampfgeräte werden penibel auf alles Mögliche hin überprüft. Wehe, der Durchmesser ist um 0,1 Millimeter zu groß! Doch wem erzähle ich das?!