Kessing versus Verband: Wer lügt hier eigentlich wem was in die Tasche?

Kolumne

Moment mal


(Darmstadt/Krefeld, 18. Dezember 2020)
Noch ist er nicht installiert, der dringend notwendige und längst überfällige Aufsichtsrat beim von uns seinerzeit aus gegebenem Anlass so geheißenen „Deutschen Leuchtturm-Verband“ (DLV) mit nach dessen eigener – Achtung: doppeldeutig – Angabe weltweiten Strahlkraft. Also betätigen wir uns mal wieder in Geschäftsführung ohne Auftrag als durchlauferhitzendes Leit- und Leidmedium. Findet sich ja sonst eh niemand.
Konkret: Wer lügt hier eigentlich wem was in die Tasche?
Der gern mal ins Fettnäpfchen tretende tollpatschige ehrenamtliche DLV-Präsident Jürgen Kessing hatte anlässlich einer Podiumsdiskussion am 21.März 2020 im „Aktuellen ZDF-Sportstudio“ gesagt, er sei „Vorgesetzter von über 50 hauptamtlichen Kräften“ (wir berichteten). Gewissermaßen ferngesteuert über eine Distanz von 160 Kilometern.
Dieses unbedachte, bürokratische Wortgedrechsel sei ihm als provinzieller Oberbürgermeister der 43.000-Seelen-Gemeinde Bietigheim-Bissingen nachgesehen. Aber was ist mit der möglichen schamlosen Übertreibung? Denn auf der DLV-Netzseite ist unter dem Fenster „Verband“ unschwer nachzulesen, dass rund 40 Mitarbeiter bis hin zum Generaldirektor (mit Doping-Vergangenheit) in elf Referaten ihren wonnewollen Dienst an der Mitgliedschaft leisten (sollten).
Wat nu, würde der Rheinländer jetzt kurz und trocken fragen? Das sind an der untersten Grenze der Abweichung zwischen „rund 40“ und „über 50“ gerechnet satte 20 Prozent. Getreu der Devise dieser ehedem olympischen Kernsportart: Schneller – höher – weiter!