Endlich ließ der DLV zum Verzicht die getürkte Katze aus dem Sack

Kolumne

Das Wort am Adventssonntag

(Darmstadt/Krefeld, 13. Dezember 2020)
Ja, leider schon wieder. Da wir zwar vieles sehr früh wissen und weiterverbreiten, aber nun mal keinen offiziellen Charakter haben, müssen wir verkünden, was der „Deutsche Leuchtturm-Verband“ mit seiner angeblich weltweiten Strahlkraft verlauten ließ. Endlich ließ der DLV durch seinen Medien-Direktor Peter Schmitt höchstpersönlich in einem Beitrag auf der Verbandsnetzseite die getürkte Katze aus dem Sack, dass es 2021 keine Senioren-DM Halle mit Winterwurf geben wird. Er zitierte seinen Chef von über 50 hauptamtlichen Kräften, dass sich kein Veranstalter für diese Titelkämpfe gefunden habe. Das ist faktisch richtig, jedoch in der Aussage heuchlerisch. Ehrlicher wäre das Bekenntnis gewesen, dass der Dachverband überhaupt kein gesteigertes Interesse daran hat, für seine große Ü35-Fraktion die Finger zu krümmen. Das hat er in der abgelaufenen Freiluftsaison trotz potenziellen, bereits feststehenden Ausrichtern hinlänglich bewiesen. Aber als Kampfrichter und Helfer für andere Meisterschaften waren die „fitten Alten“ stets herzlich willkommen. Waren sie hier vor möglichen coronären Infektionen besser geschützt, die Damen und Herren der Risikogruppe M/W60 plus etwaiger Vorerkrankungen? Kalter Kaffee!

Gleich an zwölf Schauplätzen war noch nie eine Hallen-DM Senioren

Hochgradig seltsam mutet auch der Inhalt einer uns bekannten Rundmail aus dem DLV-Referat Senioren an, es würde in unserer Republik zu wenige Anlagen existieren, wo derartige Titelkämpfe ausgetragen werden können. Da fallen mir auf Anhieb von Süd nach Nord-Ost mit Fürth, Mannheim, Ludwigshafen, Stadtallendorf, Frankfurt-Kalbach, Leverkusen, Dortmund, Hannover, Hamburg, Leipzig, Chemnitz und Neubrandenburg zwölf Schauplätze ein, an denen noch keine Meisterschaften dieser Art für die Talente von gestern und vorgestern stattgefunden haben. Und in Potsdam (2002) und Sindelfingen (2010, wegen drei Schneeflocken ohne Winterwurf) lediglich einmal. Da mangelt es schlicht von oben bis unten an einer engagierten Akquise mit hartnäckigem Klinkenputzen.
Ein Schreckgespenst ist auch der 75seitige DLV-Aufgabenkatalog bis hin zu 50 vergoldeten VIP-Parkplätzen, die letztlich allesamt nicht gebraucht werden. Auch so manches aus dem total überfrachteten Bordbuch nicht. Als Fazit bleibt: Es geht ja nur um die ungeliebten Senioren*innen, die lediglich bei Eigenbedarf das Objekt der Begierde sind. Und: Keinen blassen Schimmer haben sie in der Darmstädter Kommandozentrale von den örtlichen Gegebenheiten und Möglichkeiten landauf, landab. Oder wird hier wieder mal das Drei-Affen-Prinzip angewendet und ist Volksverdummung angezeigt? Die Antwort suche und finde jede/r selber.
In diesem zusätzlich maßlos ernüchternden Sinne einen gemütlichen 3. Advent, an dem auch den oftmals nicht funktionierenden Funktionären ein Lichtlein der Erleuchtung aufgehen möge! Nicht zuletzt eine entspannte 51.Kalenderwoche im notwendigerweise verschärften „Lockdown“ noch vor Weihnachten!