DLV kürt auch bei der Ü35-Generation "wertvollste Leistungen" in 2020

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(Darmstadt/Satteldorf/Krefeld, 12. Dezember 2020) Anknüpfend an unseren bisherigen Veröffentlichungen haben wir noch einen in Sachen Sportlerwahlen. Allerdings in einer stark abgespeckten Fassung. Der offenbar restlos überlastete und überforderte Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) setzt im Jahr eins von Corona seine eh höchst umstrittenen Publikumswahlen zu den jeweiligen Leichtathleten des Jahres in den verschiedenen Klassen aus. Stattdessen kürt eine aus DLV-Vertretern, der Fachzeitschrift „Leichtathletik“ und „Freunde der Leichtathletik“ so genannte Experten-Jury die vermeintlich „wertvollste Leistung“ in den sechs Klassen Frauen/Männer, Nachwuchs und Senioren, jeweils weiblich und männlich. Es sind je fünf vorab Nominierte zur (Aus-)Wahl in der Lostrommel. Unterstellen wir einfach mal, dass dieses Gremium-Triumvirat wahre Glücksgriffe zieht, ohne dass es eine Lotterie wird.

Bei den Senioren kann es nur einen geben: Hermann Albrecht
 
Lehnen wir uns nicht einmal allzu weit aus unserem Redaktionsfenster: Bei den Senioren kann es nach objektiver Betrachtung des sach- wie fachkundigen Sportjournalisten mit 54-jähriger Berufserfahrung und subjektiver, indes nicht voreingenommener Sichtweise des ehemaligen Kugelstoßers mit 1.160 Starts in dieser Spezialdisziplin nur einen geben: Wurf-Allrounder Hermann Albrecht (*1940; im Bild) von der SpVgg. Satteldorf in Baden-Württemberg. Der nur 1,73m große und rund 70 Kilo leichte „Herminator“ stellte trotz eines sehr übersichtlichen Wettkampfgeschehens und entsprechend wenigen Gelegenheiten zwei Weltrekorde in der durchaus noch international stark frequentierten M80 auf. Der Jung-Achtziger verbesserte im Juli in Osnabrück die bereits sieben Jahre alte hochkarätige globale Bestmarke des Italieners Carmelo Rado im Wurf-Fünfkampf von 5.258 auf 5.317 Punkte. Auf dem Weg dahin übertraf es als überhaupt erster Achtzigjähriger mit 50,69 Meter im Hammerwurf die 50-m-Schallmauer und den vorherigen Weltrekord (49,53m) mal eben um 1,16m (wir berichteten).
Bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass die Entscheider dieser Findungskommission bei den sonst am Rande der Bande öffentlicher und veröffentlichter Wahrnehmung mitlaufenden, äußerst geringschätzig behandelten Senioren*innen sehr gut informiert (worden) sind.
Noch leichter als beim genannten Beispiel geht es allerdings nicht mehr.