Trainer-Urgestein Kurt Benner nullt just heute zum achten Male

(Leichlingen/Krefeld, 28. September 2014) Was über einen weithin bekannten Mann des öffentlichen Lebens noch möglichst Neues vermelden, der zum achten Male nullt und über den spätestens seit dem „Fünfzigsten“ im Zehn-Jahres-Rhythmus alles gesagt und geschrieben wurde? Vordergründig gratulieren wir unserem VIP-Mitglied Kurt „Eia“ Benner (im Bild) vom Leichlinger TV (LTV) zur heutigen Vollendung des 80. Lebensjahres! Unglaublich, aber wahr. Würde er seinen Personalausweis vernichten und sich schätzen lassen, ging er locker für 65 durch. Der Sport, die nahezu tägliche Arbeit mit zumeist jungen Menschen, hat ihn, den Mr. Rasenkraftsport, jung ge- und erhalten. Bekanntlich soll mit Superlativen sehr behutsam umgegangen werden, doch es ist beileibe keine schmückende Übertreibung zum Jubeltage, ihn als Trainer-Legende zu bezeichnen. Wer zählt die Titel und Medaillen, die seine Schützlinge während seiner immer noch andauernden Karriere als Chefcoach und Abteilungsleiter Rasenkraftsport (Hammer, Stein, Gewichtwurf) sowie in der Leichtathletik im Hammerwurf gewannen? Es sollen national inzwischen weit über 500 auf der obersten Stufe des Stockerls sein. Gigantisch! Erst unlängst entschied Michelle Döpke (*1997) bei den Deutschen U-18-Meisterschaften in Wattenscheid die Hammerwurf-Konkurrenz mit 62,09 Meter und einem Vorsprung von 7,09 m (!) für sich. Der Chronist darf sich glücklich schätzen mit sieben deutschen Senioren-Meistertiteln im Steinstoßen an der genannten Flut beteiligt zu sein.
Klein-Kurt erblickte am 28. September 1934 in Marienberg im Westerwald das Licht der Welt. Als Knirps spielte er zunächst Fußball (aus dieser Zeit stammt auch sein Spitzname „Eia“), ehe er sich mit wachsendem Erfolg der Leichtathletik, genauer dem Mehrkampf, zuwandte. Nach einer Rückenoperation musste er 1961 seine aktive Laufbahn beenden, blieb seinem geliebtem Sport jedoch zunächst als Jugendtrainer treu. Wie wir nunmehr wissen mit sich ausweitenden Aufgaben bis in die Gegenwart und sicher noch in die Zukunft hinein. Kurt hat das „unverschämte Glück“ mit seiner jüngeren Herzdame Inge eine Frau an seiner Seite zu haben, die das alles mit trägt und ihn bei den vielen Veranstaltungen des LTV als „Mädchen für alles“ tatkräftig unterstützt. Vielleicht aber auch, um ihn öfter zu sehen.
Noch über den sportlichen Tellerrand hinaus etwas Persönliches: Das fortgeschrittene Geburtstagkind mag lukullisch gesehen eher Deftiges, nämlich Eisbein mit Kartoffelpüree und dicken Bohnen, befriedigt seine Lust auf Süßes mit Speiseeis und gibt sich Jazz, insbesondere Chris Barber, auf die Ohren. Gut zu wissen, dass auch irgendeiner die vielfältigen Verdienste des Trainers aus Leidenschaft erkannt hat und durch seinen Vorschlag daran mitwirkte, dass Kurt Benner vor fünf Jahren das Bundesverdienstkreuz verliehen bekam. Nicht erst seitdem hat er in dem 27.500-Seelen-Ort im Rheinisch-Bergischen-Kreis einen Bekanntheitsgrad nahe 100 Prozent. Das Foto ist übrigens durchaus typisch für ihn: Nicht ständig strahlt er dermaßen, doch schlechte Laune: Fehlanzeige! Stets besonnen, ruhig, ausgeglichen und froh gestimmt mit hoher Ansteckungsgefahr. Der einstige Stahlbauer in der Klingenstadt Solingen bevorzugt die feine Klinge.
Aus meiner langjährigen Sicht, in der ich den Jubilar kenne und schätze, kann ich noch beitragen: Wenn es ihn nicht schon geben würde, müsste er glatt erfunden werden.