"Zweitklassiger Diktator" Donald Trump muss das Weiße Haus verlassen

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Washington/Krefeld, 08. November 2020)
Halten wir es mit dem ostfriesischsten aller Ostfriesen, Kultkomiker Otto Waalkes und einem seiner zahllosen Sprüche. Kleinhirn an Großhirn: Frohlocken! Die Welt ist um eine Seuche ärmer. Donald „Duck“ Trump, der Schöpfer „alternativer Fakten“, der bei allem was ihm nicht passte „Fake News“ (Gefälschte Nachrichten) witterte und twitterte, dem während seiner Amtszeit rund 20.000 Lügen nachgewiesen worden sind, der von seinem Vorgänger Barack Obama als „zweitklassiger Diktator“ bezeichnet worden ist, der das Präsidentenamt als „Realty Show“ missbrauchte, dem jegliches Demokratie-Verständnis abzusprechen ist, den nicht wenige als Poltergeist und Rumpelstilzchen reif für die Gummizelle in der Klapsmühle halten, muss das „Weiße Haus“ in Washington spätestens am 20.Januar 2021 bei der Vereidigung seines Nachfolgers Joseph Robinette „Joe“ Biden (*20.11.1942) verlassen.
Mutmaßlich nicht freiwillig und mit großem Getöse. Bleibt zu hoffen, dass die Gewaltaufrufe seines ebenfalls durchgeknallten Sohnes Donald John Trump, der als Silvesterscherz am 31.Dezember 1977 in New York geboren wurde, an die zusätzlich von ihm aufgebrachte, militante, fanatische Anhängerschaft verpuffen und die Vernunft auch bei denen möglichst kurzfristig Einzug hält.  

„Joe“ Biden schlussendlich klarer Sieger der Präsidentschaftswahl

Obwohl er es nicht wahrhaben will, von Wahlbetrug und nicht bewiesenen Unregelmäßigkeiten zu seinen Ungunsten bei der Auswertung der Briefwahlstimmen faselt, dagegen schon Klagen angestrengt hat, steht Trump sr. nach einem viertägigen Auswertungskrimi mit ungewissem Ausgang als schlussendlich klarer, zudem schlechter Verlierer fest. Sein Herausforderer erhielt in dem komplizierten, für unsereins schwerlich zu durchschauenden US-amerikanischen Wahlrecht nicht nur die Majorität (270 notwendig) von zuletzt vom ZDF gemeldeten 290:214 der Wahlleute-Stimmen, sondern obendrein, was nicht zwingend der Fall sein muss, auch gegenüber Trump in Summe über vier Millionen Stimmen mehr des wählenden Volkes.

Ein 78-Jähriger zieht ins „Greise Haus“ ein
 
Demnächst wird also nach vermutlich zwangsweiser Entfernung von Trump jener „Joe“ Biden, wie von Oliver Welke in der „ZDF-Heute-Show“ gewitzelt, ins „Greise Haus“ einziehen. Von betreutem Wohnen, Essen auf Rädern und einem AOK-Porsche (Rollstuhl) mit E-Antrieb war allerdings nicht die Rede. Doch in der Tat wird er dann 78 Jahre alt sein, so er seine Amtsperiode hoffentlich bei körperlicher und geistiger Fitness durchlebt 82 Lenze zählen. Das ist indes zunächst kein Kriterium. Konrad Adenauer (*05.01.1876,
†19.04.1967) war als erster Kanzler der Bundesrepublik Deutschland bei seinem Amtsantritt 1949 bereits 73, die er nach 14-jähriger Ära 1963 als 87-Jähriger beendete. So gesehen ist Biden ein Jungspund.

Alter schützt nicht vor Leistung und scharfem Verstand

Alter schützt zudem nicht vor Leistung und scharfem Verstand. Das ist aus dem öffentlichen Leben, auch der Politik, von bis zu ihrem Ableben so wachen, hellen, blitzgescheiten und scharfsinnigen Köpfen wie Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker (94 Jahre geworden), Ex-Kanzler Helmut Schmid (96) sowie Literatur-Papst, Schriftsteller und Gastprofessor Marcel Reich-Ranicki (93) bekannt.
Doch dieser Anleihe bedarf es gar nicht. Da können wir getrost in der Senioren-Leichtathletik bei exemplarisch lebenden Beispielen von
fitten Alten" wie Werfer-Urgestein Richard „König“ Rzehak (91) vom SC Preußen Erlangen und dem alles rennenden Dauerbrenner Herbert E.Müller (wird am 12.November 91) vom TSV Bayer Dormagen bleiben.
Nicht zu vergessen der erfolgreiche Wurf-Allrounder Philipp Frech (*06.07.1920, †06.02.2017) vom Pulheimer SC, Gott hab‘ ihn selig. Der Kosmopolit, der von 1995 bis 2014 halbjährig in der Nähe vom „Kap der guten Hoffnung“ (Südafrika) lebte, musste nach einem Treppensturz in seinem Haus in Pulheim 94-jährig schweren Herzens mit dem geliebten Wettkampfsport aufhören, signalisierte jedoch dem besorgten Freundes- und Bekanntenkreis via LAMPIS: „Aber die Birne leuchtet noch!“ Und das bis zu seinem friedlichen Tod im 97. Lebensjahr.
In diesem Sinne einen schönen Sonntag, eine tunlichst entspannte 46. Kalenderwoche mit nicht täglich neuen Horrormeldungen, und auf dass alsbald die weitere Seuche besiegt werden und der Vergangenheit angehören möge! Deshalb bis dahin in Zeiten wie diesen von Corona vorsichtig, gesund, zuversichtlich und munter bleiben!