Sina Mai Holthuijsen schrammte haarscharf an der Blechmedaille vorbei

(Utrecht/Erkelenz/Krefeld, 30. August 2020) Haarscharf schrammte die in Erkelenz wohnhafte Deutsch-Niederländerin Sina Mai Holthuijsen (im Bild) vom AV Unitas Sittard und SC Bayer 05 Uerdingen bei den Nederlandse Kampioenschappen der Männer/Frauen gestern in Utrecht an der Blechmedaille (Platz vier) im Hammerwurf vorbei, gewann letztlich in einem spannenden Duell gegen Linda Prob (56,91m) mit im finalen Durchgang erzielten 57,51m Bronze. Das bewegte sich aufgrund von Gewichts- und Kraftverlust durch Schilddrüsenprobleme bei einer für sie an sich unterbelichteten Saisonbestleistung von 58,00m (Vorjahr 62,06m) im Rahmen des momentanen Leistungsvermögens der Wanderin zwischen zwei Nachbarländern. So äußerte sich die niederländische Meisterin von 2018 denn auch per Saldo zufrieden mit dem Verlauf und dem knapp geretteten Edelmetall.

Zufallstreffer wirbelte Dramaturgie durcheinander

Dass sie Titelverteidigerin Wendy Koolhaas (*1980) aus Groningen diesmal keine Paroli würde bieten können, war vorher bereits sonnenklar (siehe gestrige Vorschau). Gleich zum Auftakt steckte das fortgeschrittene 40-jährige „Meisje“ mit 62,50m den Gold-Claim ab, verbesserte sich im vierten Versuch auf die neue Jahresbestleistung von 64,77m (vorher 63,50m). Das aussichtsreiche Medaillen-Terzett hinter der Favoritin hatte in dieser Saison oder noch nie die 60-m-Marke überboten. Doch dann gab es in der zuvor geschriebenen Dramaturgie eine faustdicke Überraschung durch ihre Klubkameradin Eva Reinders, die im dritten Versuch mit 60,07m bei der nächstbesten Weite von 56,49m (hätte nur zum 4.Platz gereicht) einen veritablen Ausreißer nach oben fabrizierte (siehe Ergebnisliste).

Nervenschlacht nahm für Vater und Tochter ein positives Ende

Da blieb zwischen Holthuijsen und Prob bei mehreren Positionswechseln „nur noch“ der Kampf um Rang drei, den sich Sina im vierten Durchgang mit 56,87 zu 56,54m zurückeroberte. Aber sie musste halt nach der Platzierung des Vorkampfes vorlegen. Das machte sie dann im letzten Versuch mit einer Verbesserung auf jene 57,51m. Und das war gut so. Denn Prob legte gleich im Anschluss 56,91m nach. Die Nervenschlacht hatte zugunsten der Tochter von Lampis-Gründervater Peter Holthuijsen, der vor Ort auch kräftig durchatmete, ein positives Ende genommen. Damit machte sie einen Haken hinter die in vielerlei Hinsicht Seuchen-Saison 2020, wird erst einmal wieder ihre abhanden gekommenen Kraftwerte aufbauen und sich gezielt auf 2021 vorbereiten. In der zweifachen Hoffnung, dass die Olympischen Spiele in Tokio stattfinden werden und sie sich als Sahnehäubchen obendrauf über die B-Norm oder aber wieder als Meisterin dafür im niederländischen Nationaltrikot qualifizieren kann.
Träumen ist schließlich erlaubt. Manchmal werden sie ja sogar wahr.