Gewichtwurf: Klaus Albers steigerte eigenen deutschen M80-Rekord

(Bremerhaven/Zella-Mehlis/Krefeld, 23. August 2020) Nicht von der 1.Senioren-DM im Gewichtwurf aus Zella-Mehlis, sondern aus Bremerhaven kommt die Meldung des Tages in dieser exotischen, der dem Hammerwurf angelehnten, nicht-olympischen Disziplin. Mit einigen Änderungen (kürzerer Draht, schwerere Gewichte) versehen von den Amerikanern beim guten alten deutschen Rasenkraftsport abgekupfert, um sie in einen ungerechten Wurf-Fünfkampf (auch deren Kreation) einzubauen. Doch nach diesen Fakten zum eigentlichen Fakt: Das vom Diskuswurf kommende Werfer-Urgestein Klaus Albers (*1940) vom BSC Grünhöfe verbesserte bei einem kleinen abendlichen Meeting seines Klubs in Bremerhaven seinen bereits eigenen deutschen Rekord der M80 um 37 Zentimeter auf formidable 19,65m.

Weltrekord nur noch 26 Zentimeter entfernt

Lediglich mal so zum Vergleich: Der Titelträger der DM, von der Albers als Internet-Muffel bis zu unserem gestrigen 105-minütigen (kein Tippfehler!) Telefonat nichts wusste, warf 13,09m. Der Klaus von der Waterkant bezeichnet sich selber als das nicht sonderliche Technikwunder in diesem Wettbewerb. Als studierter, diplomierter Sportlehrer habe er sich erst ziemlich spät als Autodidakt zwei Drehungen drauf geschafft.  Bei jenen 19,65 m „habe ich einfach einen Traumwurf erwischt, bei dem für meine Möglichkeiten rundherum schlicht alles gepasst hat“. Wenn es ginge, würde er sich den einrahmen lassen. Doch wer weiß, was noch passiert? Der sieben Jahre alte Weltrekord (19,91m) der italienischen Werfer-Legende Carmelo Rado (*1933) ist nur noch 26 Zentimeter entfernt.  

Klaus Kynast im finalen Versuch zum Titel in der M70

Kommen wir noch zu der „Notopfer“-DM, bei dem von uns beschriebenen „Mut zur Lücke“ vielfach Not gegen Elend am Start ist. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Dazu gehörten in der M70 solch ausgewiesenen Könner wie „Mr. Wurf-Fünfkampf“ Klaus Kynast (*1949) vom ASC 09 Dortmund und Gerhard Heduschke (*1950) vom Leichlinger TV. Die lieferten sich dann auf ordentlichem Niveau einen bis zum letzten und da auch erst entschiedenen Zweikampf um den Titel. Der Jung-Siebziger aus dem Bergischen (oder ist noch 69?) legte im ersten Durchgang 17,42m vor und behauptete hiermit bis zum „Finale furioso“ die Führung vor dem Westfalen, der im dritten Versuch 17,10m erzielte. Kynast vorlegen müssend, packte im „Sechsten“ 17,51m aus, dem Heduschke nur eine minimale Verbesserung auf 17,44m entgegen zu setzen vermochte.

Margret Klein-Raber ragte bei den Seniorinnen heraus

Die deutsche Rekordhalterin Margret Klein-Raber (*1964/W55) vom LC Rehlingen warf in einer breitgestreuten Serie abwärts bis 14,43m im zweiten Versuch wie ein Zufallstreffer anmutende 16,05m. Gut sich zu vergewissern, dass sie die nationale Bestmarke mit 16,47m hält. Noch eine Zahl: Die Siebt- und Letztplatzierte in der W55 warf 6,91m. Das sind mal gerade 43 Prozent der Siegerleistung. Derlei oder ähnliche Beispiele gibt es etliche.
Soviel zur im Keller angesiedelten Abteilung „Not gegen Elend“. Eine DM ohne Normen ist eine Farce, ein Solo im Gewichtwurf dazu. Eine weitere Missgeburt aus der „Ideenschmiede“ des ach so innovativen Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in Darmstadt. Da gehört eine knallharte Analyse auf den Tisch. Doch darauf können wir alle miteinander bis zum Sankt Nimmerleinstag warten.
Alle Ergebnisse, auch von der Mehrkampf-DM der Ü35-Generation, unter diesem Link.