Fehlerhafte Statistik weist 52-jährigen Maryniak in DM-Rangliste aus

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(Darmstadt/Braunschweig/Passau/Krefeld, 31. Juli 2020) Hoch lebe die Statistik! Oder traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast. Konkret: Wer etwas von der Materie kennt, der wird sich angesichts der zunächst einmal zehn Qualifizierten (sie nennen es beim DLV natürlich im Denglisch-Misch-Masch „Qualifikations-Ranking") für den Diskuswurf der Männer bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig am 08./09.August 2020 höchst verwundert die Augen reiben. Da taucht in illustrer Gesellschaft von sechs 60-m-Werfern Helmut Maryniak (*1968) vom LAC Passau mit 53,62m als Zehntplatzierter auf (siehe Verlinkung Seite 35). Der Mann ist bei genauerem Hinsehen 52 Jahre alt. Eine solche Weite hat seit den Zeiten des einstigen Weltklasse-Diskuswerfers Alwin Wagner (*11.08.1950) aus Melsungen, der sehr bald Siebzig wird, kein 52-Jähriger mehr in hier zu Lande geworfen. Nicht zu vergessen, dass der fünfmalige nationale Titelträger und Olympiasechste von 1984 in Los Angeles mit einer Lebensbestleistung von 67,80m zudem in allen Belangen viel höhere Ausgangswerte vorzuweisen hat.

Leistung wurde mit der altersgerechten 1,5-Kilo-Scheibe erzielt

All‘ das lässt die Weite von Maryniak mit dem 2-Kilo-Diskus höchst suspekt erscheinen, hätten bei der Wettkampforganisation in Darmstadt eigentlich irgendwelche Kontrollmechanismen einsetzen müssen. Vielmehr wurde er sogar aufgefordert seine Teilnahme gegebenenfalls zu bestätigen. Erzielt hat der Niederbayer die Leistung indes tatsächlich. Allerdings mit der altersgerechten 1,5-Kilo-Scheibe der M50 bei den Landesoffenen Volksfestwettkämpfen am 15.August 2019 in Dachau. Die Ergebnisliste der Männer weist ihn am Fuß außer Wertung ohne den Zusatz auf seine Altersklasse und das Wurfgewicht aus. Und so nahm die Geschichte bis zu den genannten Auswirkungen ihren ungebremsten Verlauf.
Soweit hätte es eigentlich nicht kommen dürfen, könnte auch mit einem Schmunzeln abgetan werden, ist aber irgendwie symptomatisch und typisch für diesen Dachverband mit seinem „Käfig voller Narren“.