Poltergeist sorgte mit Falschmeldung für allgemeine Verunsicherung

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(St.Pölten/Krefeld, 20. Juli 2020)
Bevor noch die in die sozialen Medien schwappende allgemeine Verunsicherung durch Gerüchte, Halb- und Unwahrheiten angereichert wird, lösen wir die Hängepartie nunmehr endgültig auf (in unserer Zwischenmeldung vom vorigen Freitag bereits angedeutet). Ein Poltergeist hatte auf der Netzseite der European Masters Athletics (EMA) in Geschäftsführung ohne Auftrag allzu vorschnell ursprünglich (!) berichtet, dass bei den Internationalen Österreichischen Masters-Meisterschaften am 18./19.September 2020 in St.Pölten keine ausländischen Gaststarter teilnehmen dürf(t)en (siehe unseren verlinkten Beitrag dazu). Der hobbymäßige Senioren-Geher Kropik Franz, im richtigen Berufsleben als Dr.jur. Hausjustitiar beim Österreichischen Automobil-, Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC) – als solcher müsste er eigentlich wissen was Besitzstandswahrung ist – hätte sich besser an der Quelle sachkundig gemacht, statt eine Falschmeldung hinauszuposaunen.

Es gibt in Österreich kein generelles Einreiseverbot für ausländische Gäste

Da bei uns nach gutem journalistischem Brauch seriöse, fundierte Recherche stets im Vordergrund steht, haben wir via E-Mail bei Eduard „Edi“ Gonaus als dem Leiter Wettkampf-Vorbereitung dieser Titelkämpfe nachgefragt. Seine Antwort verkürzt auf den Punkt gebracht wiedergegeben: „Die bereits registrierten ausländischen Gäste dürfen bei unseren Meisterschaften starten!“ Auch ohne Corona wäre die Kapazität der Anlage bei einer Zweitages-Veranstaltung mit insgesamt 500 Teilnehmern (erfahrungsgemäß um die 350 Beheimatete) erschöpft gewesen. Dass unter den besonderen Vorzeichen irgendwann ein Aufnahmestopp erfolgen musste (insbesondere unter den ab 01.Juli 2020 geänderten Kriterien für Veranstaltungen aller Art der österreichischen Bundesregierung), haben wir bei unserer Vorberichterstattung bereits am 10.Juni 2020 erwähnt. Da es kein generelles Einreiseverbot für Ausländer in „Felix Austria“ gibt, konnten folglich auch keine zunächst via Ausschreibung willkommen geheißenen Gaststarter nachträglich wieder ausgeladen werden. Dass die Meldetüre zu einem bestimmten Zeitpunkt zugemacht wurde, ist nicht nur legitim, sondern auch umsichtig und vernünftig.

Stigmatisierende und diskriminierende Äußerung von Kropik

Nun kommt allerdings Kropik wieder ins unselige Spiel. Als bei ihm auch endlich der Groschen gefallen war, hat er mithilfe der EMA seine Falschmeldung in einer Nacht-und-Nebel-Aktion um einen neuen Absatz klammheimlich nachträglich ergänzt, als habe es nie anders da gestanden. Das ist auch bei einem Online-Medium ein ganz fieser, mieser Stil und nicht opportun. Der sinngemäß ins Deutsche übersetzte Zusatz lautet: „Das LOC geht ein Risiko ein und erlaubt internationalen Athleten, die bereits angemeldet sind, an den Wettkämpfen teilzunehmen. So können sie ihre bereits gebuchten Reisen und Unterkünfte nutzen.“
Aha! Das ist bei genauer Betrachtung ganz starker Tobak, impliziert und suggeriert, dass ausländische Gäste aus aller Herren Länder, vorwiegend aus Deutschland, ein größeres Risiko darstellen als die Sportler/innen aus der Alpenrepublik. Nennen wir diese frevelhafte, ungeheuerliche Äußerung beim Namen: Die ist stigmatisierend und diskriminierend, Herr Kropik!  Leider Gott sei Dank müssen wir uns wiederholen, dass EMA-Präsident Kurt „Kuddel-Muddel“ Kaschke mit dem Dreifach-Wohnsitz in Assafora (Portugal), Freudenstadt und dem jüngsten Corona-„Hotspot“ Gütersloh dem unsäglichen Treiben des Juristen tatenlos zuschaut.