Hermann Albrecht stellte in der M80 zwei Weltrekorde auf

(Osnabrück/Krefeld, 19. Juli 2020) Seltener traf das Attribut klein, aber fein zu wie auf die wegen Corona und der erforderlichen Hygiene-Maßnahmen abgespeckte Wurf-Fünfkampf-Veranstaltung gestern auf der Illoshöhe in Osnabrück. Elf Wurf-Fünfkämpfer und solche, die sich dafür halten im Gesamtalter von 834 Jahren gaben sich ein Stelldichein. Für das herausragende Etikett sorgte dabei Hermann Albrecht (*06.04.1940) von der SpVgg. Satteldorf, auf den der Spruch „Kleiner Mann ganz groß“ vollinhaltlich zutrifft. Mit 1,73m eher klein von Wuchs und 70 Kilo leicht der komplette Gegenentwurf eines Werfers, ist der „Herminator“ ungeachtet dessen eine Riese was sein überragendes Leistungsvermögen angeht. Der echte Achtziger ließ es fünfmal krachen, verbesserte unterwegs zum Endergebnis den sieben Jahre alten Weltrekord (49,53m) des Spaniers mit dem klangvollen Bandwurmnamen José Maria Sanza Agreda um 1,06 Meter auf 50,69m. Also zugleich der Erste dieser Altersetage, der die magische 50-m-Marke geknackt hat.

Etwas mehr als die „halbe Miete“ allein im Hammer- und Gewichtwurf

Doch damit nicht genug. Der Wurf-Allrounder aus Baden-Württemberg, der allerdings mit Hammer und Gewicht schon für etwas mehr als die „halbe Miete“ (2.689 Punkte) sorgte, steigerte auch noch den Weltrekord (5.258 Punkte) in diesem speziellen Vielseitigkeitswettbewerb der italienischen Werfer-Legende Carmelo Rado von September 2013 auf 5.317 Punkte. Seine Einzelresultate: Hammer 50,69m (1.428 Punkte) Kugel 11,92m (971), Diskus 28,24m (796; aufgrund Beschwerden aus dem Stand), Speer 32,52m (861), Gewichtwurf 18,45m (1.261). Mitunter lohnt auch der weiteste Weg. Hermann nahm sich eigens für dieses Unternehmen mit nur einer Übernachtung vorher insgesamt 1.010 Kilometer unter die Autoräder. Als Senioren-Leichtathlet muss man – im positiven Sinne – auch ein bisschen „bekloppt“ sein.

Siegbert Gnoth sprang unechten deutschen Rekord mit dem Stab

Als falscher Achtziger hausgemachter nationaler Prägung
Made in DLV" machte sich Veranstaltungsleiter Siegbert Gnoth (*21.07.1940) vom TuS Gildehaus ein vorweg genommenes Geburtstagsgeschenk beim Rahmenwettbewerb Stabhochsprung. Der knapp noch 79-Jährige überbot den bisherigen deutschen Rekord (2,45m) der M80 von Willi Klaus (*1938) vom ESV Lok Potsdam aus dem Vorjahr um fünf Zentimeter auf 2,50m. Das wird allerdings noch nicht sein letztes Wort sein, wird er unter echten Voraussetzungen sicherlich noch nachlegen. Zumal er schon müde vom Fünfkampf war.