Aus dem Baby ist ein Junior geworden - zum Master fehlt nicht mehr viel

(61 Nationen/Krefeld, 18. Juli 2020) Ende April war es eine spontane Idee, in den nächsten beiden Wochen, und sicherlich darüber hinaus, wird sie Athleten aus 61 Nationen begeistern. Die Rede ist von der ersten weltweiten virtuellen Masters Challenge in der Leichtathletik. Ein Ziel wollten Guy Dirkin (GB, lebt in Orlando/USA), Andy Vince (GB, ist jetzt Wurf-Trainer in Florida) und ich schaffen: Eine Motivation bieten, sich in Form zu bringen und sie zu stabilisieren.

Ideelle Unterstützung durch WMA-Präsidentin Margit Jungmann

Die Senioren-Weltmeisterschaften 2020 in Toronto (Kanada) mussten wie so viele nationale und internationale Titelkämpfe bis hin zu kleinen Aufbauwettkämpfen abgesagt werden. Und wir wollten jenen, die aus welchen Gründen auch immer nicht um die halbe Welt reisen können oder wollen, eine Chance bieten, sich mit Gleichgesinnten weltweit zu messen. Als  Zeitrahmen für die Wettkämpfe wurde bewusst jener der WM gewählt. Rückenwind bekam die Idee dankenswerterweise durch Unterstützung der Präsidentin des Weltverbandes World Masters Athletics (WMA), Margit Jungmann (im Bild) aus Rehlingen. Nicht zuletzt aber auch im deutschsprachigen Raum durch mehrfache positive Berichterstattung von Lampis, dem Internet-Portal von und für Senioren-Werfer/innen.

Nicht überall ist der Gedanke virtueller Wettbewerbe angekommen

Noch ist der Gedanke an einem virtuellen Wettkampf teilzunehmen nicht bei jedem angekommen. Verständlich! Insbesondere bei den Läufern, die ja die Majorität unter den Masters-Sportlern ausmachen, fehlt der unmittelbare Vergleich an der Startlinie, der Kampf um Positionen. Ohne Wettkampf sind kaum zufriedenstellende  Zeiten zu verwirklichen. Optimale Trainingsbedingungen gab es in den letzten Monaten wohl weltweit für niemanden. Sonnenklar, dass das erwartete eigene Leistungsniveau nicht zu erreichen ist. Mit ein Grund für viele, lieber nicht teilzunehmen. Erschwerend kommt hinzu, dass wir global gesehen bedingt infolge unterschiedlicher Jahreszeiten völlig andere klimatische Bedingungen haben.

Trotz allem eine große Zustimmung erfahren

Trotz allem durfte ich als Ansprechpartner der Teammanager aus vieler Herren Länder breite Zustimmung zu dieser Idee erfahren, Dankbarkeit, dass es ein lohnendes Ziel gibt, nicht nur selbst zu trainieren, sondern auch um speziell zugeschnittene Wettkämpfe zu veranstalten, die wiederum Gelegenheit bieten, sich endlich wieder einmal mit seinen Sportfreunden zu messen. Wobei ja das Konzept auch Ergebnisse zulässt, die bei Trainingseinheiten unter Wettkampfbedingungen erzielt werden. Eine interessante Variante, wo sich Trainingsgemeinschaften bilden werden, die genau den angestrebten Zweck erfüllen – Motivation zu erzeugen, Freundschaften zu pflegen.

Tolles Internet-Instrument fast aus dem Boden gestampft

Wer neben den Sportlern auf jeden Fall ein Gewinner ist, ist www.mastersrankings.com. Wie John Seto in wenigen Wochen ein Meldewerkzeug aufgebaut hat, das die gesamte Klaviatur abdeckt, ist höchst bemerkenswert. Die Liste der Nennungen ist nicht nur nach Disziplinen getrennt, das ist Standard. Querabfragen über einzelne Namen, über Nationen bis zu Kontinenten sind möglich. Eines der Highlights ist wohl, das sämtliche Leistungen der Mitbewerber direkt abgerufen werden können. Alle Ergebnisse eines Athleten, die in Mastersrankings in den letzten Jahren gespeichert wurden. Also keine Phantasiewerte, wie sie oft in den Meldelisten bei Europa- und Weltmeisterschaften vorzufinden sind. Das hat Vorbildfunktion für internationale Ereignisse. Die nachfolgend verlinkte Meldeliste samt aller Abfragemöglichkeiten.

ÖLV-Präsidentin Sonja Spendlhofer im Diskuswurf gemeldet

Noch ein bisschen Statistik: Kurz vor Meldeschluss, der durch die unterschiedlichen Zeitzonen bis heute Morgen 6 Uhr MESZ ging, sind im Diskuswerfen mit 399 Athleten/innen die meisten Meldungen eingegangen, im Kugelstoßen 380, über 100m 328, 200m 318, im Hammerwurf 311 und im Speerwurf 310. Zahlreiche Weltrekordhalter, Weltranglistenerste, Welt- und Kontinentalmeister haben ihre Visitenkarten abgegeben. Mit dem Schweden Östen Edlund (*1934/M85) gar ein leibhaftiger Olympiateilnehmer im Diskuswurf der Spiele von 1960 in Rom.
Als Österreicher freut mich persönlich die hohe Beteiligung meiner Landsleute. Allen voran mit ÖLV-Präsidentin Sonja Spendlhofer im Diskuswurf, derweil ihr Generalsekretär Helmut Baudis dreimal an den Start geht. Mit 85 Sportlern liegt das vergleichsweise kleine Österreich bei den Gemeldeten an fünfter Stelle aller 61 Nationen, nur knapp hinter Deutschland (90). Das Spitzentrio wird unangefochten von den USA (595) vor Großbritannien (185) und  Kanada (102) angeführt. Die Benelux-Länder sind mit 28 Aktiven vertreten, derer 14 aus den Niederlanden sowie je sieben aus Belgien und Luxembourg. Bis Polen hat sich dieser imaginäre Wettbewerb offenbar nicht herumgesprochen. Diese starke Nation gerade bei Stoß und Wurf generiert lediglich einen Aufrechten.

Für Teilnehmer und Kiebitze das Allerbeste

Wenn überhaupt von Erster, Zweiter oder Dritter gesprochen werden kann, so sind doch alle Sieger, die sich fit halten und mitmachen. Schön ist doch, ein Ziel zu verfolgen, das einen fesselt und motiviert. In diesem Sinne wünsche ich allen Teilnehmern und Kiebitzen das Allerbeste, bleibt gesund und genießt das Leben!