Als Alibi-Funktion Mehrkampf-DM als kleinstmöglicher Nenner

  • Drucken

Kolumne

Moment mal

(Darmstadt/Zella-Mehlis/Krefeld, 24. Juni 2020)
Na, da schau her! Der ansonsten insbesondere bei den „ewigen Talenten“ in seiner Kommunikation ausgesprochen träge bis nicht stattfindende Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) reagierte für seine Verhältnisse ausnahmsweise mal einigermaßen zeitnah. Bei den präsidialen Sandkastenspielen vom vorigen Freitag und der Ankündigung von vorgestern „einer Wiederaufnahme des deutschlandweiten Wettkampf-Betriebs“ fiel auch ein Brosamen vom Tisch des Herrn für die Ü35-Generation ab. Als Alibi-Funktion des kleinstmöglichen Nenners auf dem Meisterschaftssektor wurde gestern im Laufe des Tages auf der Verbandsnetzseite mitgeteilt, dass die Senioren-DM im Mehrkampf am 22./23.August 2020 im thüringenschen Zella-Mehlis stattfinden soll (noch nicht unter Meisterschaften 2020 aufgeführt).
Das wäre im Übrigen der ursprüngliche Termin und Schauplatz für die DM im Wurf-Fünfkampf gewesen, die vollkommen problemlos hätte durchgeführt werden können, aber offenbar entgegen beim Kugel-Cup in Neustädt aufgeschnappten anderslautenden Insider-Gesprächen überhaupt nicht mehr zur Debatte steht. Wieso eigentlich? Wo bleibt der völlig ungerechtfertigt mit Lobhudeleien überschüttete, in der Szene jedoch höchst umstrittene BAS-Vorsitzende Ralf Hafermann aus Ohrdruf in Thüringen? Der Mann ist in Wirklichkeit ein Verhinderer ohne gleichen und wird zum Messias hochstilisiert. Lächerlich! 

Wie soll ein kontaktfreier 1.500-m-Lauf gewährleistet werden?

Doch zurück zur missratenen Planung des Präsidiums und dem Ergebnis daraus. Die Verantwortlichen des Verbandes hatten sich praktisch selber auf die Mehrkampf-DM festgenagelt, da sie sich bei ihren Überlegungen (eine kühne Bezeichnung) eine von Unkenntnis der Diszipline
n geprägte peinliche Verwechslung mit dem Vielseitigkeitswettbewerb der Werfer/innen leisteten (wir berichteten).
Wie die Crew um den Veranstaltungsleiter Dieter Tisch (im Bild) die Kuh vom Eis bekommen will, einen kontaktfreien abschließenden 1.500-m-Lauf beim Internationalen Fünfkampf zu gewährleisten, ist bislang offen geblieben. Diesbezüglich dürfte noch so manche Bastelstunde nötig sein. Doch darüber sollten die startwilligen männlichen Aktiven indes alsbald informiert werden, hängt davon sicherlich so manche Meldung oder im Zweifel ein Verzicht ab.
Außerdem haben alle Solisten, selbstverständlich auch die Wurf-Fünfkämpfer und DAMM-Enthusiasten, ein Recht darauf zu erfahren, weshalb ihre Meisterschaften ausgespart werden und wieder einmal bei der stärksten Fraktion der Dachorganisation mit zweierlei Maß gemessen wird.
Ein frommer Wunsch, ich weiß. So viel Chuzpe hat da niemand klipp und klar zu sagen, dass ihnen die Senioren/innen so was von am Allerwertesten vorbei gehen. Bei anderen Nationen haben deren „Masters“ einen größeren Stellenwert (siehe gestrigen Beitrag).