Verbandsstatistiker Claus-Werner Kreft hört nach 34 Jahren auf

(Bielefeld/Kaierau/Krefeld, 19. Juni 2020) Es ranken sich allerlei Sprüche um die Statistik. Um nur einige der bekanntesten, gebräuchlichsten Be-/Umschreibungen zu nennen: „Hoch lebe die Statistik“, „Notlüge, Lüge, Statistik“, „Traue keiner Statistik, die nicht von dir selber gefälscht wurde“. Und dennoch ist sie in vielen Bereichen unverzichtbar. Auch oder gerade in der Leichtathletik erfreut sie sich mit ihren vielen Zeiten, Höhen, Weiten bei Lauf, Sprung, Wurf allenthalben und allerorten großer Beliebtheit bei Aktiven, aber auch als Arbeitsgrundlage für berufsmäßige Betrachter aller denkbaren Medien. Sie, die Statistik, ist Orientierungsrichtlinie am Leistungsvermögen des Einzelnen und im Verhältnis zu seinen Konkurrenten. Was ist nach der gerne zitierten „Papierform“ machbar, was nicht.
Selbst im Zeitalter der Elektronischen Daten-Verarbeitung (EDV) steht und fällt eine Statistik stets mit den Personen, die dafür verantwortlich zeichnen. Denn bei der unverzichtbaren Draufsicht gilt weiterhin unverändert das Motto IBM = Immer Besser Manuell.  Oder halt visuell. Und: Schließlich wird selbst heutzutage nicht jedes Sportfest von einem kleinen Verein in „Kleinkleckersdorf“ digital erfasst.

Oh Graus: SELTEC soll es fortan richten

Eine Institution auf diesem Gebiet, der sich bis in den Senioren-Bereich hinein auch als sehr erfolgreicher Dreispringer des TV Werther einen Namen machte, hört nach strammen 34 Jahren ehrenamtlichem „Dienst am Kunden“ auf: Claus-Werner Kreft (*30.12.1944) aus Bielefeld. Dies teilt die Fraktion Leichtathletik des gemeinsamen Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) in Kaiserau in ihrer vor wenigen Tagen erschienenen „Newsletter“ 3 – 2020 mit (siehe Link). Ersetzt werden soll der stets akribisch tätige 75-Jährige ausgerechnet durch den umstrittenen Software-Dienstleister SELTEC aus Bad Vöslau in Österreich, der nicht einmal Online-Melde- und -Ergebnislisten gescheit auf die Reihe zu bringen vermag (das bedarf für regelmäßige Lampis-Leser keiner näheren Erklärung). Davor muss einem jetzt schon grausen.
Was daraus wird, wenn ein bewährter „Zahlenmensch“ Schluss macht, musste der Schwesterverband Nordrhein schmerzlich erfahren. Seit Hans Borgmann (*1934) vom VSV Grenzland Wegberg aus Alters- und Gesundheitsgründen aufhörte, schlummern die Senioren-Rekordlisten Halle und Freiluft nunmehr seit Ende 2016 ungepflegt vor sich hin. Eine Binsenweisheit: Nicht überall ist der „Homo sapiens“ durch die Maschine zu ersetzen.