Hermann Salomon im Alter von 82 Jahren verstorben

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(Mainz/Krefeld, 15. Juni 2020) So schmerzlich für die Angehörigen und das nähere Umfeld ein Abschied für immer sein mag, kann der Tod in einem fortgeschrittenen Lebensalter bisweilen auch eine Erlösung für alle Beteiligten sein. Hermann Salomon (*13.April 1938 in Danzig) ist 82-jährig  vergangenen Donnerstag in seiner Wahl-Heimat Mainz nach längerer, schwerer Krankheit an den Folgen eines Krebsleidens verstorben. Damit verliert der einstmals ruhmreiche USC Mainz nach Ex-Zehnkämpfer Werner von Moltke (*24.05.1936, 30.07.2019) einen weiteren herausragenden Sportler der damaligen Generation und nicht zuletzt darüber hinaus eine große Persönlichkeit.

Teilnehmer an drei Olympischen Spielen im Speerwurf

Salomon hatte in den sechziger Jahren seine erfolgreichste Zeit. Er begann seine Laufbahn als Leichtathlet beim Hamburger SV, dessen Anhänger im Fußball er bis zuletzt gewesen ist, und wechselte 1961 zum USC. Aufgrund seiner Vielseitigkeit und der speziellen Stärke im Speerwurf wurde er von 1959 bis 62 und 1964 fünfmal Deutscher Meister im Internationalen Fünfkampf. Dazu holte er ein halbes Dutzend Titel mit dem Speer (1960, 62 – 64, 67 und 68). Seine Bestweite stellte er bereits 30-jährig am 22.Juni 1968 mit 83,48m in Paris auf, seinerzeit zugleich deutscher Rekord. Der Mann mit dem salomonischen Namen, was nicht allein ausschlaggebend für sein ausgleichendes Naturell war, nahm hintereinander von 1960 bis 68 an den drei Olympischen Sommerspielen in Rom, Tokio und Mexico City teil. Für seine Verdienste in der und um die Leichtathletik wurde ihm 1971 der Rudolf-Harbig-Gedächtnispreis verliehen. Die höchste Auszeichnung dieser Art.

Beruflich ebenfalls sehr erfolgreich

Einer wie Salomon machte auch beruflich seinen erfolgreichen Weg. Nach der Karriere wirkte er über Jahrzehnte am Fachbereich Sport an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz als Professor für den Schwerpunkt Sportpädagogik, galt mit seinem freundlichen, zuvorkommenden Wesen als einer der beliebtesten Dozenten. Daneben wirkte er lange Zeit in der Ausländertrainerschule des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) und gab seine mannigfaltigen Erfahrungen auf vielen Gebieten auch an die Athleten seines Klubs weiter, dem er stets treu blieb.