Viele Leichtathleten sind heute an Fronleichnam beschäftigungslos

(Goch/Duisburg/Krefeld, 11. Juni 2020) Heute an Fronleichnam, gesetzlicher Feiertag in sechs Bundesländern (auch NRW) und teilweise zwei weiteren, könn(t)en wir ein traurig Lied davon singen, was an Leichtathletik-Veranstaltungen aufgrund der Corona-Pandemie so alles nicht stattfindet. Eingedenk so mancher Lockerungsmaßnahmen allzu vorschnell im vorauseilenden Gehorsam mit restriktiven Verboten in zeitlich weiter Ferne. Klar, hellsehen und verlässlich in die Zukunft schauen kann keiner. Nicht mal Virologen. Aber etwas mehr Flexibilität mit einem offen gelassenen Hintertürchen wäre im Interesse der Sache ganz nützlich gewesen. Eine andere Frage ist, welcher Veranstalter sich die hohen Hürden an Vorschriften und Hygieneregeln antun will und kann. Schließlich gehören viele Kampfrichter und Helfer jenseits der Sechzig zur Risikogruppe. Ganz zu schweigen von den Aktiven ab M/W 60 aufwärts.

Rotstift kreiste wie eine Abrissbirne

Dem wie eine Abrissbirne kreisenden Rotstift sind auch die Offenen Nordrhein-Meisterschaften der Senioren/innen zum Opfer gefallen, die heute im Hubert-Houben-Stadion in Goch unweit des sich auch in der Leichtathletik einen Namen machenden Wallfahrtsortes Kevelaer über die sportliche Bühne gegangen wären. Die LVN-Titelkämpfe sind in punkto Qualität und Quantität mit meist über 400 Teilnehmern/innen die größten regionalen Meisterschaften der 20 Verbände in der Bundesrepublik.
Der in seiner Keine-Wettkämpfe-Haltung (im ersten Zugriff bis 31.August 2020) besonders rigide operierende Leichtathletik-Verband Nordrhein (LVN) in Duisburg treibt sein Verwirrspiel nach Inkrafttreten der überarbeiteten, gelockerten Corona-Schutz-Verordnung von NRW mit Wirkung 30.Mai 2020 in zwei dicht aufeinander folgenden Verlautbarungen vom 08. und 09.Juni 2020 weiter. Wen’s interessiert, der versuche selber da durchzusteigen.

Radtour oder Spaziergang als Ausgleich und Festival für die Sinne

Dass indes eine abwartende, zögerliche Stellung durchaus vernünftig sein kann, beweist ein Blick nach Moers am linken Niederrhein, dem Wohnsitz der stabhochspringenden „Ritte-Air“mit Flottenchef Wolfgang Ritte. Ohne sie damit in Verbindung bringen zu wollen, haben sich dort jüngst bei einer Familienfeier auf einen Schlag zehn Personen mit dem Coronavirus infiziert. Den Schneeballeffekt mag man sich bei einen zahlenmäßig größeren Ereignis wie einer Meisterschaft lieber nicht vorzustellen.
Also, liebe Leute, verschafft euch ersatzweise Bewegung mit einer Radtour oder einem ausgedehnten Spaziergang durch Wald und Flur. Fürwahr ein Festival der Sinne. Da fabuliere ich nicht über des Kaisers Bart, sondern eigener Er-fahrung. Wörtlich genommen, da ich das Rad bevorzuge.