Team-DM: Kleiner Anschauungsunterricht aus den Niederlanden

(Bad Bentheim/Krefeld, 10. September 2014) Bekanntlich muss das Eisen geschmiedet werden, solange es noch glühend heiß zu sein pflegt. Da sich sonst eh kein anderer gemüßigt fühlt, legen wir als Interessenvertretung nicht nur für Senioren-Werfer/innen zum Thema Team-DM Senioren (ehedem DAMM) noch ein weiteres Mal nach. Dazu machen sich offenbar sehr viel Athleten Gedanken. Selbst solche, die nicht das – momentan noch zweifelhafte – Vergnügen haben, einer (deutschen) Mannschaft anzugehören. Einer davon ist Siegbert Gnoth (*1940; im Bild) vom TuS Gildehaus im niedersächsischen Bad Bentheim: Ein sehr starker Speerwerfer, Hoch- und Stabhochspringer der M70. Seinen Vorschlag stellen wir gerne zur Diskussion und geben ihn im Original-Wortlaut nachfolgend wieder:
„V
ielleicht sollten die Verantwortlichen des DLV einmal über den nationalen Tellerrand in Richtung Niederlande schauen. Dort werden seit einigen Jahren äußerst interessante Team-Meisterschaften durchgeführt werden. In einer Mannschaft treten Athleten der Altersklassen M35 bis M?? gemeinsam an, wobei die Leistungen nach der WMA-Punktetabelle bewertet werden. Das bedeutet zum Beispiel, dass ein 70-jähriger Athlet für seine 35 Meter im Speerwerfen mehr Punkte einheimst als ein M35-Athlet für seine 53 Meter Die niederländischen Team-Masters werden in drei Wettkämpfen ermittelt. Von den in diesem Jahr 52 teilnehmenden Vereinen qualifizierten sich in zwei Vorkämpfen die zwölf besten Mannschaften für das Finale. Das Wettkampf-Programm (100, 400, 800, 1500, 5000 m Weit, Hoch, Kugel, Diskus, Speer, Schwedenstaffel) ist durch diese Altersvielfalt wesentlich umfangreicher als in Deutschland und auf Grund der Korrekturtabellen auch für die älteren Semester attraktiv. Nachzulesen unter www.Atletiekunie.nl und den weiteren Fenstern Masters – Competitie – Uitslagen.“
Soweit die Theorie. Einer der praktische Erfahrungen einbringen kann ist als gebürtiger Niederländer Lampis-Gründervater Peter Holthuijsen, der in seiner einstigen Heimat derzeit für Swift Atletiek Roermond startet. „Dieser Wettbewerb erfreut sich großer Beliebtheit, stellt eines der Glanzlichter im Jahreskalender dar“, bestätigt der 52-jährige Wahl-Niederrheiner aus Erkelenz. „Den Reiz macht auch das Gemeinschaftserlebnis in einer klassenübergreifenden Mannschaft aus.“ Aber auch Gnoth selber, der ein Zweitstartrecht für den AC Tion Enschede/NL besitzt und im Finale der Team-Masters 2014 Vizemeister wurde, weiß, worüber er argumentiert.
Und da wir in einem vereinigten Europa leben, ist es durchaus legitim von unseren geschätzten Nachbarn Bewährtes zu übernehmen. Schließlich importieren, exportieren natürlich auch,wir von und nach den Niederlanden.