Lockerungsmaßnahmen von NRW so pauschal doch nicht wirksam

Kolumne

Moment mal

(Düsseldorf/Duisburg/Krefeld, 11. Mai 2020)
Auf, auf Kameraden, wir treten den Rückzug an. Teilweise. Als wir am 07.Mai an dieser Stelle den Beitrag unter der Überschrift „Nordrhein-Westfalen macht auf“ veröffentlicht haben, lag uns halt lediglich die via Medien transportierte Information vor, was die NRW-Landesregierung an Lockerungsmaßnahmen beschlossen hat. Danach soll(t)en ab 30.Mai, wohlgemerkt, dieses Jahres, sportliche Wettbewerbe im kontaktlosen Bereich auf dem Kinder-, Jugend- und Amateursektor zugelassen werden.

Es bleibt beim Gebot des Wettkampfverbots bis 31.August 2020

Das stellt sich bei näherem Hinsehen wohl anders dar. Zeitlich nachrangig zu unserem Bericht teilte der Leichtathletik-Verband Nordrhein (LVN) in Duisburg Samstag und sogar noch einmal gestern Abend um 17.40 Uhr auf seiner Netzseite mit, dass es unverändert dabei bleiben würde, dass nach jetzigem Stand der Wettkampf-Betrieb bis zum 31.Augut 2020 geschlossen bliebe. Der LVN beruft sich dabei auf die maßgebliche Coronaschutzverordnung. Eingeräumt, dass ich die im Detail nicht kenne. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit darf dennoch gestellt werden. Schließlich ist Training auch wieder erlaubt, dürfen ab heute Gastronomie und Fitnessstudios ihre Türen öffnen, es wird bereits Golf und Tennis (Einzel) gespielt. Das passt im Kontext nicht zusammen.

Frage der Sinnhaftigkeit sollte schon erlaubt sein

Denn:
Wo soll da im kontaktlosen Gebiet das Problem liegen? Nur in der Unterscheidung nach Training und Wettkampf? Offenbar wird hier innerhalb einer Sportart nicht differnziert in ihrer Vielfalt nach Disziplinen, gilt die Sippenhaftung mit Alle oder Keine. Was sollte in der Leichtathletik gegen Sprung, Stoß und Wurf einzuwenden sein (?), wo die Abstandsregelung ohne weiteres gewährleistet werden kann. Selbst Läufe in Bahnen bis 400 Meter ohne Sprintstaffel (Stichwort: Stabübergabe) bei halber Belegung wären möglich.

Es wird mit zweierlei Maß gemessen
   
Selbstverständlich muss weiterhin Vorsicht walten zu lassen das oberste Gebot sein und dafür auch alles Erdenkliche getan werden. Nicht zuletzt in eigener Verantwortung. Doch sollte nicht mit zweierlei Maß gemessen werden (siehe obigen Beispiele). Den perfekten Schutz wird es eh nicht geben, solange immer noch irgendwelche Mensch gewordenen Vollpfosten umherlaufen. Das unkalkulierbare Risiko lauert bereits beim nun mal unerlässlichen Einkauf im Lebensmittelmarkt. Ganz zu schweigen von Demonstrationen (die müssen lebensmüde sein), denen man sich freilich nicht aussetzen muss.  
Ob sich Veranstalter finden würden, die unter hohen Sicherheitsstandards ein Meeting stemmen wollen und können (ausreichende Zahl von Kampfrichtern und Helfern?), steht dabei auf einem ganz anderen Blatt. Aber danach wird jetzt ja nicht mehr gefragt.