"Nordrhein-Westfalen macht auf" titelt die Rheinische Post heute

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(Berlin/Düsseldorf/Krefeld, 07. Mai 2020) „Nordrhein-Westfalen macht auf“, überschreibt heute die vielzitierte Rheinische Post aus Düsseldorf in ihrer Papierausgabe einen fünfspaltigen Artikel auf der Titelseite. Dies ist stark vergröbert dargestellt die in unserem föderalistischen System der (Bundes-)Länderhoheit das Ergebnis der Online-Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den 16 Ministerpräsidenten. Das wollen wir nicht alles beleuchten, ist auch bei den jeweiligen Feinheiten und Unterschieden jener elf alten wie fünf neuen" Bundesländer nicht zu leisten. Abgesehen davon zudem nicht unsere originäre Mission. Da muss sich jeder für sein territoriales Gebiet schon selber schlau machen. Auch oder gerade was die Wiederöffnung in großen Teilen des so genannten Freizeit-, Breiten- und/oder Amateursports anbelangt.

Sport- und Trainingsbetrieb ab heute in NRW wieder erlaubt
 
Vergessen wir getrost das epochale, episch breite, ermüdende vierseitige Konzept-Papier, das der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) aufgrund von einem auf einen Bierdeckel passenden schlagwortartig entwickelten Zehn-Regeln-Plan („Leitplanken“) des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) abgesondert hat (wir berichteten). Ohne jetzt bis in kleinste Detail zu gehen, ist ab dem heutigen Donnerstag Sport- und Trainingsbetrieb im kontaktlosen Bereich auf öffentlichen oder privaten Freiluftsportanlagen unter strikter Einhaltung der Hygiene und Infektionsschutzmaßnahmen wieder erlaubt. Ab kommenden Montag dürfen auch Fitnessstudios und Hallen von Sportvereinen wieder öffnen, und ab 30.Mai 2020 sind sportliche Wettbewerbe im Kinder-, Jugend- und Amateurbereich zulässig. Nochmal: Das sind die Spielregeln für NRW. Das kann punktuell anderswo eben auch anders aussehen.

Eröffnung eines Glücksspiels?

Zusammen mit den anderen Maßnahmen wird die Öffnungsmentalität nicht einhellige Zustimmung finden. Mit der schrittweisen Rückkehr in die „Normalität“ sehen nicht wenige Bedenkenträger bei der unbestimmten Angst vor einer zweiten Corona-Welle die Eröffnung eines Glücksspiels. „Wir müssen aufpassen, dass uns die Sache nicht entgleitet“, mahnte Merkel. Meine persönliche Einschätzung und Erfahrung, dass immer noch viel zu viele sorg- und rücksichtslose Vollidioten in freier Wildbahn herumlaufen, die einfach diesen neuartigen Urknall einer pandemischen Seuche noch nicht gehört haben. Erst gestern begegnete mir ein junges Paar (wiewohl keine Altersfrage) bei bestehender Maskenpflicht in NRW und Zuwiderhandlung der Androhung eines Bußgeldes beim Lebensmitteldiscounter meines Vertrauens mit offenem Visier, also entblößtem Gesicht. Augenscheinlich geht hier in diesem gelobten Einwanderungsland ohne Kontrollen rein gar nix. Eigene Verantwortung und erst recht die für unschuldige Dritte  – was ist das?
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