Tag der Arbeit: Bis auf die Maiglöckchen ist diesmal alles anders

(Krefeld und die Republik, 01. Mai 2020) Eine alte ostwestfälische Bauernweisheit besagt „Ist der April vorbei, haben wir Mai!“ Ja, ich weiß, ein ziemlich dämlicher Kalauer. Wobei genau das deren Eigenart zu sein pflegt. „Alles neu macht der Mai“ ist auch nicht wesentlich intelligenter, war allerdings nie zuvor dermaßen zutreffend wie in diesen besch…eidenen Zeiten der Corona-Krise. Vergesst alle mehr oder weniger lieb gewordenen Rituale zum Mai-Feiertag oder für die meisten aller Werktätigen gemeinhin arbeitsfreien „Tag der Arbeit“. Das fing übrigens schon gestern mit dem für viele Feierbiester obligatorischen „Tanz in den Mai“ an. Der fand fernab jeglicher Öffentlichkeit allenfalls im stillen Kämmerlein mit der eigenen Herzdame oder umgekehrt dem Herzbuben statt. Andere Kombinationen sind in unserem freien Land auch denkbar.
Ansonsten wollen wir hier und jetzt nicht aufzählen, was weiterhin noch so alles nicht stattfinden wird. Reduzieren wir es darauf, dass eben alles anders ist als bislang gewohnt. Halt, räubere ich im übertragenen Sinne ausnahmsweise mal im Stilblütengarten des einstigen DLV-Senioren(ver)sprechers: Die Maiglöckchen ficht das alles nicht an, sie sprießen, blühen und riechen wie eh und je.
Und schließen wir mit einem Kalauer, dem freilich ein hoher Wahrheitsgehalt innewohnt. US-Präsident Donald „Duck“ Trump wird von einer Journalistin gefragt, ob er schon seinen IQ (= Intelligenzquotienten) überprüft habe. Er darauf: „Alles in Ordnung. Ich bin völlig gesund, habe keinen IQ.“
Als hätten wir es nicht immer schon gewusst, seit dieser Einfaltspinsel sein verheerendes Unwesen treibt.