Medienlandschaft hat sich in Zeiten wie diesen erheblich verändert

Kolumne

Moment mal

(Darmstadt/Krefeld, 28. April 2020) Auf allen möglichen Gebieten wird die Welt nach der Corona-Krise eine andere sein. So lautet die – naturgemäß beileibe nicht immer – einhellige Meinung in der Politik und bei den Virologen. Wann dieses „nach“ sein wird, kann und will niemand sagen. Aber jetzt steht bereits fest, dass sich die Medienlandschaft verändert (hat). Die Tageszeitungen haben an Umfang eingebüßt, vor allem der Sportteil (insbesondere der Lokalsport) ist auf ein Minimum reduziert worden. Nicht so bei den digitalen Medien. Sie verzeichnen einen enormen Zulauf, allen voran Instagram, Facebook und die diversen, auch einschlägigen Internet-Plattformen. Sie sind und bleiben zumindest überwiegend stets aktuell, haben zudem den gelegentlichen Vorteil des interaktiven Austausches.

Eine buchstäbliche Stilblüte eines Netzbetreibers

Auf den Bereich der Senioren in der Leichtathletik heruntergebrochen haben Facebook und Instagram einen Zulauf, der vor allem den Nutzern der älteren Generation (im Neudeutsch = Risikogruppe) zugutekommt. Lampis liegt als eigenständiges Internet-Portal täglich schon mit dem verbliebenen Neuesten zum Frühstück vor. Die Facebook-Gruppen „Seniorenleichtathletik“ (724 Mitglieder) und EMA Friends (1.018) sind ebenso aktuell wie auch kritisch. Die „Fauna-und-Flora-Netzseite“ der Generation 30+ (ue30leichtathletik.de) des ehemaligen DLV-Senioren(ver)sprechers zeichnet sich derweil als „schöngeistiger“ Ableger von Mitteilungsorganen der Landschaftsgärtner, des Naturschutzbundes und Vogel-Knipsern aus, mit bisweiligen Informationen aus der britischen und amerikanischen Provinzszene. Thema verfehlt, hätte es früher in der Schule geheißen!


Still und starr ruht der See in der Senioren-Spielecke

Wäre da noch die eigentlich originäre und offizielle Informationsquelle, die „Homepage“ des anglizistisch unterwanderten nationalen Dachverbandes, der German Athletics Association (GAA) alias Deutscher Leichtathletik-Verband (DLV) mit Sitz in Darmstadt. Doch hier in der Senioren-Spielecke ruht zumeist still und starr der See. Anfang des Monats April wurde der obligatorische Beitrag aus dem Bereich Doping veröffentlicht, um dann eine Woche später, natürlich mit dem englischsprachigen Titel „TrueAthletes@Home“, ein paar Freizeittipps abzusondern. Das war’s.


Dabei wäre es die Hoch-Zeit für Hintergrundberichte und Porträts

Den DLV-Mitarbeitern und Ehrenamtlichen der Abteilung „Senioren“ ist wohl noch nicht aufgegangen, dass die Generation „Risikogruppe“ auch gerne Informationen außerhalb von internationalen Reisen zu EM/WM‘en hätte. Wo sind denn in Zeiten wie diesen, in denen alle Meisterschaftstermine ausfallen, mal Hintergrundberichte und/oder Porträts von namhaften „ewigen Talenten". Dabei rühmen sich doch die bei Europa- und Weltmeisterschaften hauptsächlich Wetter-, Wasser- und Medaillenstandsmeldungen verbreitenden DLV-„Reporter“ stets das Ohr am Athleten zu haben. Haben diese auf Kosten der Aktiven entsandten Sport-Touristen kein Interesse daran, ihr (Insider-)Wissen weiter zu geben, wenn es die Dienstleister aus dem ‚Haus der Leichtathletik‘ schon nicht tun?
Oder wollen die hauptamtlichen Kräfte aus der amateurhaft geführten Dachorganisation schon signalisieren, dass NACH der Corona-Krise ein neues Denken an der Alsfelder Straße ohne sie beginnen sollte?