Was im Geschäftsleben geht, müsste auch beim Sport machbar sein

(Krefeld, 20. April 2020) Ein kleiner Schritt vorwärts oder zurück in die Normalität. Ob es eine weise Entscheidung war, muss und wird sich noch zeigen. Nicht wenige haben in Zeiten wie diesen der Coronavirus-Pandemie ein höchst mulmiges Gefühl, dass ab heute Vormittag über den bisherigen Rahmen hinaus Geschäfte bis zu einer Verkaufsfläche von 800 qm und Möbelhäuser auf dem platten Land ihre Eingangstüren wieder öffnen dürfen. Das weckt zwangsläufig Begehrlichkeiten bei all jenen, die noch nicht in der Verlosung sind (ein bisschen Lotteriespiel ist es schon). Galeria Kaufhof und Karstadt wollten sich über die 800-qm-Regel hinweg einklagen, sind aber in erster Instanz gescheitert. Locker werden die sicherlich nicht lassen.

Sippenhaftung sollte sich ausschließen

Ohne hier der Unvernunft und dem Spiel mit dem Feuer das Wort reden zu wollen (das Gegenteil ist der Fall), erschließt sich dennoch dem laienhaften Betrachter manches nicht. Okay, Großveranstaltungen im Sport schließen sich bei der momentanen Lage noch aus. Aber was im Geschäftsleben im Kleinen geht, sollte auch bei der vermeintlich herrlichsten Nebensache der Welt machbar sein. Was spräche dagegen, im Tennis zumindest Einzel wieder zuzulassen? Auf das obligatorische „Shakehands“ am Netz nach dem Matchball müsste selbstverständlich verzichtet werden. Dass die Filzbälle vermeintliche Dreckschleudern wären und eine Schmierinfektion herbeiführen könnten, führt Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Institut in Braunschweig ad absurdum. Dann müsse ein (infizierter) Spieler schon kräftig auf den Ball spucken und dem Gegner in den Mund werfen.
Auch bei Golf, das sogar im Alleingang möglich ist, kämen sich die Partner nicht zu nahe. Frühestens beim 19.Loch im Klubhaus. Aber die müssen ja noch geschlossen bleiben. Wie sagt der Kölner so schön: „Mer muss och jönne könne.“ Sippenhaftung ist meines Erachtens nicht angezeigt.
Aber auch Leichtathletik und sicherlich vieles andere mehr auf sportlichem Terrain sollte in kleinen Gruppen unter Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen keine Gefahr für Leib und Leben darstellen. Erst recht allein auf weiter Flur eines Wurfplatzes. Da habe (hätte) ich beim Einkauf im Lebensmittelmarkt mehr Bammel bei den immer noch zu vielen hirnrissigen Fatalisten, die den Weg kreuzen.