Ein paar persönliche Gedanken in total besch... Zeiten wie diesen

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Krefeld und die Republik, 19. April 2020) Mal Hand aufs hoffentlich gesunde und beschwingte Herz: Wer will in besch… Zeiten wie diesen via Glotze in Dauerschleife mit dem vermaledeiten Coronavirus konfrontiert werden, jeden Neuinfizierten und Toten hierzulande erfahren und unzuverlässige, da einfach nicht vorhersehbare Prognosen aufgetischt bekommen? Haben die Fernsehschaffenden der seriösen öffentlich-rechtlichen Anstalten eigentlich nicht das Auge und Ohr am Zuschauer? Eine hypothetische Frage.
Nach meinen eigenen Empfindungen und zwangläufig nicht repräsentativen Gesprächen mit vielen meiner Verwandten, Freunde, Bekannten und nicht zuletzt Sportkameraden sind sie dem überdrüssig, treffen ihre Wahl an der Fernbedienung mit abschalten. Umschalten bringt ja nichts, da man(n)/frau eh nur vom Regen in die Traufe kommt. Jeden lieben Tag zur besten abendlichen Sendezeit erst mal ein „Brennpunkt“ in der ARD und ein „Spezial“ im ZDF. Und natürlich in allen Politik-Talks bei Anne Will (ARD), Maybritt Illner und Markus Lanz (beide ZDF) Corona mit Virologen, Immunologen, Psychologen und Fachärzten aller Couleur bis zum Abwinken sowie der totalen Erschöpfung.

Eine leider sehr trügerische Vorfreude auf seichte Unterhaltung

Theoretisch, praktisch habe ich mich dem längst entzogen. Prima, dachte ich Naivling, und freute mich auf den vorigen Freitagabend mit endlich einmal seichter, entspannender Fernseh-Unterhaltung zum Aussuchen oder Hin-und-her-zappen bei den nahezu parallel laufenden Talkshows „Kölner Treff“ (WDR), „3 nach 9“ (NDR) und „Riverboat“ (MDR). Selbst all jene, die nichts davon gesehen haben, ahnen es bereits: Überall die Seuche, die inzwischen auch im „Pantoffelkino“ zur Seuche verkommt. Als ob sich zwischen den eigenen Ohren als besonders gefährdete Person der Risikogruppe M75 plus Vorerkrankung von drei Bypässen an der Pumpe nicht schon genug Horrorszenarien abspielen würden?! Ganz ehrlich: Mitunter kann ich nicht so viel essen, wie ich mir anschließend wieder durch den Kopf gehen lassen möchte. Echt z.K., was nicht für „zur Kenntnisnahme“ steht.

Tage des apokalyptischen Zustandes entspannt abarbeiten

Wohlgemerkt: Weder bin ich ein Ignorant, noch spiele ich mit mir selber Blinde Kuh oder stecke wie der größte Vogel (Strauß) auf diesem am Tropf hängenden Erdball den Kopf in den Sand. Klarer Fall, dass ich mich über das Nötigste informiere und beachte schon im ureigenen Interesse, aber auch zum Schutze meiner Mitbürger, alle Vorsichtsmaßnahmen. Aber es ständig alternativlos in Funk und Fernsehen aufoktroyiert zu bekommen, wie angestrengt die Lage der Nation ist, da verweigere ich mich – wie bereits erwähnt – mittlerweile standhaft.
Glücklicherweise gibt es auch noch ein paar andere Möglichkeiten, für Entspannung und Ablenkung zu sorgen. Erleichtert wird es dadurch, sich, ausgestattet mit den drei klassischen Säulen der Altersversorgung, keine finanziellen Sorgen um seinen Broterwerb machen zu müssen und daheim in Gesellschaft meiner ganz persönlichen Regierungschefin zu sein. Gleichwohl kommt es mir/uns so vor, die Tage abzuarbeiten, bis dann irgendwann dieser apokalyptische Zustand eine Ende findet und wir das auch noch buchstäblich erleben, indem wir heil an Körper und Seele aus dieser heiklen Nummer heraus gekommen sind.
In diesem Sinne wünsche ich allen Stammbesuchern und Gelegenheitsgästen einen entspannten Weißen Sonntag fernab von Corona mit jede Menge Wiederholungen sportlicher Klassiker auf EUROSPORT und Sport1 sowie eine möglichst kurzweilige 17.Kalenderwoche mit oder ohne Arbeit! Und vor allem anderen: Bleibt gesund, munter und zuversichtlich! Und ein riesengroßes Dankeschön all jenen, die den Laden am Laufen halten!