Einst als Messias gefeierte Frank O.Hamm hat sich abgewirtschaftet

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Darmstadt/Krefeld, 18. April 2020)
Wie schon vor wenigen Tagen an dieser Stelle beschrieben, lassen die Innovationen und das Denkvermögen der Verantwortlichen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in erschreckendem Maße nach. Kein Wunder, wenn man sieht wer dort als Vizepräsident für die Wettkampforganisation zuständig ist. Mittlerweile hat der Dachverband mit einem Federstrich auch die Staffelmeisterschaften für alle Klassen einfach abgesagt (siehe Link).

Sinnfreie Einführung von Langstaffel-Normen

Mit ein ganz klein wenig Überlegung, was in Darmstadt allem Anschein nach äußerst schwer fällt, hätten zumindest die Langstaffel-Meisterschaften der Senioren wie bisher üblich zur Senioren-DM im Wurffünfkampf am 22.August.2020 nach Zella-Mehlis vergeben werden können. Die Solidarisierung muss ja nicht bis zu „Gleiches (Un-)Recht für alle“ gehen. Denn nach Wattenscheid wäre ohnehin nur ein Bruchteil der Senioren-Langstaffeln gekommen. Der DLV musste ja auch noch Normen verlangen, die die Hälfte der Staffeln sowieso nicht erfüllen könn(t)en. In Zella-Mehlis hingegen hätte man mit 70 Staffeln rund 1.700 Euro Startgeld in die Kasse der Ausrichter gespült. Das wäre ein schönes Zubrot gewesen. Überhaupt: Bevor bei den Talenten von gestern und vorgestern bei Langstaffeln erstmals Qualifikationsleistungen eingeführt werden, sollte zuerst auf den Prüfstand kommen, wer die auch zu erfüllen vermag. Meisterschaftswettbewerbe mit nur einer oder zwei Staffel/n sind kontraproduktiv.

Weitere Entwicklung hätte abgewartet werden sollen

Der Wurfmehrkampf, der momentan noch im Programm ist und nach Vorgaben des Bundes nicht unter Großveranstaltung fällt, dürfte selbst nach heutigen strengen Auflagen mit zwei Metern Abstand in jeder der fünf Einzeldisziplinen problemlos durchgeführt werden können. Hinsichtlich der Langstaffeln hätte schlicht bei derzeit rückläufigen Zahlen von Neuinfizierten mit dem heimtückischen Coronavirus die Entwicklung in den verbleibenden vier Monaten abgewartet werden sollen. Falls nötig, wäre eine Absage immer noch – wie in anderen Fällen (siehe Hallen-/Winterwurf-EM der Ü35 in Braga/P) – kurzfristig möglich gewesen.

DAMM-Finale ohne jede Not vorzeitig gestrichen

Der bereits ersatzlos gestrichene DAMM-Endkampf am 12.September 2020 in Lage hätte auf Anfang Oktober mit denselben Finalisten von 2019 verschoben werden können. Falls das im Ostwestfälischen aus irgendwelchen Gründen nicht machbar gewesen wäre, hätte sich für diese attraktive, beliebte Team-DM, immerhin die Keimzelle der Senioren-Bewegung in der Leichtathletik, sicherlich ein anderer Ausrichter gefunden. Beispielsweise hatte sich für dieses Jahr noch Baunatal (Hessen) beworben, die schon 2018 ein bewährter Gastgeber waren.

Wieder einmal das Kinde mit dem Bade ausgeschüttet

Natürlich ist es wesentlich einfacher, das Kind mit dem Bade auszuschütten, als zunächst mal über sinnvolle Alternativen nachzudenken. Aber wie sagte doch der eingangs erwähnte „Vize“ und DLV-Leiter Wettkampforganisation mit Namen Frank O.Hamm (im Bild) aus Aachen bei seinem Amtsantritt 2010 als seinerzeit 41-Jähriger: „Ich stelle mir nicht vor, mit Siebzig noch im Präsidium zu sitzen. Irgendwann werde ich erkennen, dass die Ideen ausgehen, dass die Eigenmotivation nicht mehr so da ist.“
Jetzt ist der 51-jährige „Kaputtreformer“ zehn Jahre in Amt und Würden. Die zündenden Einfälle sind dem dereinst als eine Art Messias gefeiertem Diplom-Informatiker jedoch schon lange abhandengekommen. Allerhöchste Zeit für ihn, seinen imaginären Hut zu nehmen.