Speerwerfer Jürgen Dannenberg an Ostermontag tragisch verstorben

(Elsdorf/Krefeld, 16. April 2020) Auf den Anlass diese momentan karge Nachrichtenlage in der Senioren-Leichtathletik schneller zu unterbrechen als gedacht, hätte ich liebend gerne verzichtet. Speerwurf-Spezialist Jürgen Dannenberg (*18.02.1949; im Bild) aus Elsdorf im Rhein-Erft-Kreis ist an Ostermontag auf tragische, letztlich nicht zu klärende Weise erst 71-jährig einsam und allein verstorben. Da sein Sohn Nico (37 Jahre) seinen allein lebenden Vater über Ostern telefonisch nicht erreichen konnte, hat er zusammen mit dessen Vermieter die Wohnung aufgesucht und ihn tot im Badezimmer liegend vorgefunden. Aufgrund der Tatsache, dass es keinerlei Hinweise für eine unnatürliche Todesursache gegeben hat (vermutet wird ein Herzinfarkt oder plötzlicher Herztod), wurde der Leichnam zur Beisetzung freigegeben.
Auch die wird in Zeiten der Corona-Krise einsam stattfinden. Deshalb erfolgt in den nächsten Tagen die Einrichtung eines virtuellen Gedenkportals (siehe Link), sodass wenigstens auf diesem Wege die vielen einstigen Begleiter aus dem Berufsleben (er war leitender Angestellter beim Energie-Konzern Rhein-Braun) und Sport von ihm Abschied nehmen können.

Nach einer Schulterverletzung wollte er in dieser Saison wieder starten

Jürgen Dannenberg hatte sich seit seinem 17.Lebensjahr dem Speerwurf verschrieben, dem er bis zuletzt treu blieb. Durch eine Schulterverletzung im Vorjahr eingebremst, wollte er in dieser Saison, so es die Verhältnisse irgendwann zugelassen hätten, wieder an den Start gehen. National brachte er es bei den „ewigen Talenten“ zu Meistertiteln, international gewann er zweimal WM-Bronze. Aktuell sind immer noch die Nordrhein-Rekorde in der M50 (54,10m) und M60 (49,31m) in seinem Besitz. Aber fast noch bekannter war er in der weltweiten Werfer-Familie als „Schattenmann“ des überaus erfolgreichen Wurf-Allrounders Peter Speckens (*28.05.1935,
†09.11.2019) aus Übach-Palenberg bei Aachen. Die beiden verband seit 2005 eine tiefe Männer-Freundschaft, die über das rein Sportliche hinausging. Bei allen nationalen und internationalen Meisterschaften, die sie stets gemeinsam planten und durchführten, gab es sie durch drei Altersklassen getrennt stets als Doppelpack. Mitunter reiste Jürgen lediglich zur Begleitung mit, um „Peter den Großen“ zu coachen und ihm Gesellschaft zu leisten.

Peter und Jürgen im Himmel wieder vereint

An Karsamstag hat Speckens Witwe Irmgard aus alter, gemeinsamer Verbundenheit noch mit dem langjährigen Freund ihres Mannes telefoniert. Es habe keine Anzeichen dafür gegeben, dass er zwei Tage später zu „Wiederauferstehung Jesu Christi“ versterben würde, erzählte sie im Telefongespräch mit dem Verfasser. „Jetzt sind sie beide im Himmel wieder vereint“, meinte Nico Dannenberg mit einer etwas Trost spendenden Metapher. Weitere Hinterbliebene in direkter Linie sind Nicos Schwester Anna (35), deren Tochter Mina (3) und Volker Dannenberg als Bruder des Verstorbenen.