Absage der Hallen-EM ein Novum in der 24-jährigen Historie

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(Braga/Birmingham/Krefeld, 21. März 2020) Heute würde zu Ende gehen, was wegen der weltweiten Corona-Krise (Pandemie) erst gar nicht begonnen hat: Die für den 15. bis 21. März 2020 ursprünglich vorgesehene Senioren-Hallen-EM mit Winterwurf in Braga (Portugal). Es wären die 13ten gewesen, was sich hinterher als schlechtes Omen darstellen lässt. Doch viel schlimmer ist die Ursache und ihre Wirkung, weshalb sie ausgefallen sind, nein: mussten. Übrigens die erste Absage, mithin ein Novum, in der mittlerweile 24-jährigen Geschichte dieser Titelkämpfe, die mit der Premiere vom 28.Februar bis 02.März 1997 in Birmingham (Großbritannien) ihren Ursprung nahmen. Damals war ich in der Doppelfunktion als Berichterstatter für die Rheinische Post in Krefeld sowie Kugelstoßer der M50 für mich selber als Zeit- und Augenzeuge hautnah dabei. Rein zufällig im selben Hotel untergebracht wie die am 09.November 2019 84-jährig verstorbene Werfer-Legende Peter Speckens aus Übach-Palenberg bei Aachen.

Unvergessene Siegerehrung durch Doppel-Olympiasiegerin Irena Szewinska

Auch insofern unvergessen, als ich trotz einer beim Aufwärmprogramm zu gezogener und danach getapter veritabler Zerrung ausgerechnet in der rechten Wade den Titel vor dem britischen Lokalmatadoren David Myerscough (13,79m) gewann, der Vater von Sohn Carl (*05.09.1979), der wiederum am 13.Juni 2003 in Sacramento (USA) mit 21,92m britisc
hen Rekord stieß. Aufgrund meiner Verletzung mit lediglich einem Angleit-Versuch im fünften Durchgang auf 14,48m (zuvor Standstöße von 11,44, 12,82, 13,03 und 13,10m, was ergo nicht gereicht hätte). Balsam für den stechenden Schmerz und die anschließende heftige Übelkeit bis hin zum Brechreiz war die Victory-Zeremonie durch Doppel-Olympiasiegerin Irena Szewinska (*24.06.1946, †29.06.2018) aus Polen zu den Klängen von Tina Turners „Simply the Best“.
Seinerzeit wurde noch nicht die Nationalhymne gespielt. Das war dennoc
h eine gute Wahl, bei der mir ein wohlig-wonniger Schauer den Rücken herunter lief und eine diebische Freude auslöste. So habe ich es vor- und nachher bei Siegerehrungen von nationalen und internationalen Titeln nie wieder erlebt. Nicht einmal als Hallen-Weltmeister der M65 an Karfreitag 2012 im mittelfinnischen Jyväskylä. Die ging allerdings mit dem Bekanntwerden des vortägigen Todes meines langjährigen (Sport-)Freundes Eugen Reinhardt (*22.11.1940, †06.04.2012) aus Walsrode einher. Nach dieser Hiobsbotschaft via Handy durch seine Witwe Helga habe ich im Beisein von Teodora und Hermann Albrecht wie ein kleines Kind Rotz und Wasser geheult.     
Dieser nicht aus dem Zusammenhang gerissene kleine Ausflug in die eigene Historie sei gestattet, ist jetzt eh nicht mehr zu verhindern.