Krisenmanagement eines Steuermanns sieht fürwahr deutlich anders aus

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Braga/Krefeld, 15. März 2020) Vorweg die gute Nachricht: Die Organisatoren der Hallen-, Straßen- und Berglauf-EM in Portugal haben nach dem pandemischen Coronavirus-Ausbruch richtig entschieden. Die Meisterschaften finden zum geplanten Zeitpunkt nicht statt. Ein Ausweichtermin wurde angeboten. Das ist fair und seriös. Tollpatschig, verantwortungslos und geradezu frech hingegen ist das Verhalten des Präsidenten Kurt Kaschke vom kontinentalen Senioren-Dachverband European Masters Athletics (EMA). Der feine Herr hält sich aus allem vornehm heraus.

Nur ja selber keine Verantwortung übernehmen

In seinem jüngsten Statement vom 12.März (siehe EMA-Netzseite) stellt er klar, wer für was zuständig sei. Er ist lediglich der Koordinator mit dem Delegierfinger. Das war’s. Wobei er allerdings auch Schattenboxen veranstaltet. Der noch 64-jährige Vorruheständler koordiniert sogar diese Krisensituation mit der World Masters Athletics (WMA) und European Athletics (EA). Wie bitte? Was sollen WMA und EA mit den EM in Portugal zu tun haben? Nullkommanix!. Alle anderen Aufgaben obliegen seinen Auserwählten, die er – sinnbildlich – ins Feuer an die Front schickt. Getreu dem Schlager von Peter Alexander „Hannemann, geh' du voran“.
Doch es kommt noch dicker: Dieser Präses verkündete am 7.März in der ersten offiziellen Verlautbarung auf seinem Mitteilungs- und Selbstdarstellungssorgan, dass er am Samstag, 14. März (also gestern) um 15 Uhr höchstpersönlich in der Halle von Braga sein werde, um mit den trotz allem praktisch als Urlauber anreisenden Senioren zu sprechen und die Zukunft zu diskutieren. Geht’s noch?

Ein überforderter präsidialer Gutsherr wollte gestern Hof halten

Was will dieser selbst ernannte Gott Vater der Senioren-Leichtathletik denn diskutieren? Wo will er sich treffen? Wäre es nicht besser gewesen, in Braga nachzufragen, ob die Halle überhaupt geöffnet ist? Nein, in Braga geht momentan gar nichts. Absolut gar nichts. Alle öffentlichen Einrichtungen sind geschlossen! Cafés, Restaurants und zum Teil Hotels haben ebenfalls die Schotten dicht gemacht. Kann so etwas nicht europaweit über alle denkbaren Kanäle moderner Kommunikationsmedien bekannt gemacht werden? Doch, könnte schon!
Nun werden etliche Senioren (sie haben schließlich die Reisen und Hotels bezahlt!) um 15 Uhr an der Halle gestanden und einen strahlenden, wortreich gestikulierenden und Schulter zuckenden Präsidenten gesehen haben, der hoffnungslos überfordert und fehl am Platze ist.

Es ist allerhöchste Zeit für K.K. zu gehen

Eines werden die enttäuschten und geprellten Talente von gestern und vorgestern aus aller Herren Länder in Braga und anderswo aber wohl können: Anfangen die verbleibenden Tage zu zählen, bis dieser „Master of Desaster“ endlich seinen imaginären Hut nimmt. Es ist allerhöchste Zeit für ihn zu gehen.