Erwartet lieb- und würdelose "Ehrung" des Senioren des Jahres 2019

(Erfurt/Krefeld, 03. März 2020) Tatsächlich gibt es sie, die Sandra Arm. Da hatte ich offen gestanden schon gemutmaßt, dass es sich um ein Pseudonym aus dem „Literarischen Quartett“ des Bundesausschuss‘ Senioren (BAS) um die offizielle DLV-Öffentlichkeitsarbeiterin Bettina Schardt gehandelt habe. Wirklich prima, dass der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) für die Berichterstattung über die die Hallen- und Winterwurf-DM am Dauerschauplatz Erfurt mal Geld für eine gelernte Sportjournalistin in die Hand genommen hat und ausgibt. Denn für Gottes Lohn mit 60 Minuten frische Luft schnappen wird sie es kaum gemacht haben. Freilich hätte ihr ein bisschen mehr Fach- und Sachkenntnis nicht geschadet, wurde auch die Geschichte hinter der Geschichte mit dem Geschehen am Rande der Bande vermisst. Spannende, lesenswerte Hintergrundinformationen eben. Das mit dem Europarekord von Lothar Huchthausen (M85) von der LG Altmark, der keiner war, haben wir schon reklamiert. Unverständlich bleibt indes, dass dieser Fehler inzwischen wider besseren Wissens jenes BAS nicht zumindest mit einem Satz eingestanden und korrigiert worden ist. Schließlich ist niemand perfekt. Nur darf es so falsch nicht stehen bleiben, handelt es sich um bewusste Volksver…

Vollzählig versammelte Familie von Herbert E. Müller maßlos enttäuscht

Mehr so beiläufig in ein paar ärmlichen Worthülsen erwähnt sie neben viel Aneinanderreihung von bloßen Ergebnissen in Textversion die „Ehrung“ des Senioren-Leichtathleten des Jahres 2019. Die fand allerdings auch – leider erwartungsgemäß – ziemlich unbemerkt am Samstag um 14.55 Uhr während laufender Wettbewerbe statt. So stand dann der vom Erfolg verwöhnte und geküsste Rekordläufer Herbert E.Müller (im Bild) von der LAV Bayer Uerdingen/Dormagen obendrein alleine da, nahm die Urkunde nebst Konterfei von ihm im DIN-A-3-Rahmen in Empfang. Blumen gab’s diesmal nicht. Ob es daran lag, dass sein weibliches Pendant Silke Schmidt (W60) von Mettmann Sport aus Terminzwängen als Fremdsprachen-Korrespondentin aufgrund der langen Anreise von ihrem Wohn- und Arbeitssitz in Leiden/NL fehlte? Auch das blieb Frau Arm schuldig.
Nicht deshalb und des verwehrten Straußes wegen war die vollzählig versammelte Familie von Herbert mit Ehefrau Helga, drei Kindern und zwei Enkeln jedenfalls maßlos enttäuscht von diesem lieb- und würdelosen, etwa eine Minute währenden Prozedere in Form einer lästigen Pflichtübung. Wiederholen wir uns, dass die Masters in Österreich einen höheren Stellenwert bei ihrem Fachverband genießen (wir berichteten). „Da kann man glatt neidisch werden“, räumte selbst der eher besonnene, zurückhaltende 90-Jährige mit noch flotten Beinen und scharfem Verstand freimütig ein.
Keine neue Erkenntnis, dass Diskriminierung beim DLV einen Namen hat: Senioren.