Ein etwas anderes Resümee der Hallen- und Winterwurf-DM

Kommentar

Unter uns gesagt

(Erfurt/Krefeld, 02. März 2020)
Vorweg: Es allen recht machen zu wollen, ist eine Kunst die keiner kann. Und da wir den geschätzten Leser nicht mit einer 1:0-Berichterstattung, in der einem Börsenbericht gleich Zahl an Zahl gereiht wird, zu langweilen gedenken, läuft es zwangsläufig und notgedrungen überall (auch bei uns) so ein bisschen auf Heldenverehrung hinaus. Denn wo anfangen und wo aufhören, wenn bei einer Hallen- und Winterwurf-DM wie zuletzt in Erfurt selbst ausschließlich auf Stoß/Wurf bezogen vier Disziplinen in je zwölf Klassen von M/W 35 – 90 zu beleuchten sind? Ja, ein ungeschriebenes journalistisches Gesetz lautet Namen sind Nachrichten. Doch das ist bei einer Großveranstaltung mit 1.163 Startwilligen ein Tanz auf der Rasierklinge. Die Genannten freuen sich und der große Rest fragt sich, wieso und weshalb ich nicht?

Kein „Börsenbericht“ als zweiter Aufguss der Ergebnisliste

Aber nochmal: Den zweiten Aufguss der (verlinkten) Ergebnisliste überlassen wir liebend gerne anderen. Dort stehen sie schließlich schon alle, die in die Wertung gelangt sind – vom Erst- bis zum Letztplatzierten. Da nehmen wir uns lieber der Themen an, die gleichwohl am Rande des Geschehens im Allgemeinen (sportärztliches Attest) und Speziellen (Magnesiaverbot beim Kugelstoßen) von Interesse sind. Informieren, Kommentieren, Glossieren und nicht zuletzt Unterhaltung sind unsere vier Säulen (mehr gibt es eh nicht) bei der Publikation unserer Beiträge in den verschiedenen Fenstern. Bei durchschnittlich 1.200 bis 1.500 Besuchern täglich soll es schlussendlich auch Lesestoff sein, bei dem die meisten nicht schon nach der Überschrift abspringen. Keiner interessiert sich für alles. Da entscheiden Aufmachung, die Schreibe und natürlich Inhalte, die zum Wiederkommen anregen.

Der Zweite ist nicht der erste Verlierer

Doch mit einer kleinen Schleife zurück zur DM. Selber habe ich von Kindesbeinen an bis zu meiner Bypass-Operation im Oktober 2018 pralle 65 Jahre lang in den Sportarten Fußball, Eishockey und Leichtathletik vereinsseitig organisierten, geförderten Leistungssport betrieben. Durchaus mit Erfolg allein bei 1.160 Starts im Kugelstoßen. Genau wie viele ich davon gewonnen habe, könnte ich in über Jahrzehnte in meinen akribisch geführten Trainings- und Wettkampfbüchern feststellen (in meiner letzten Saison alle 13, einschließlich beider DM-Titel Halle und Stadion in der M70). Aber das nur zum besseren Verständnis lediglich nebenbei bemerkt. Es soll vielmehr heißen, dass für mich der Zweite nicht der erste Verlierer ist.

Für die zweite und dritte Reihe war die Teilnahme bereits ein Erfolg

Festzuhalten bleibt, dass die Vielzahl aller Gemeldeten von Startnummer 1 bis 1.163, darunter eben die große Masse aus der zweiten und dritten Reihe, schon mit Erfüllung der sinnvollerweise national geforderten Norm einen Teilerfolg errungen haben. Und all jene, die zu ihrem ureigenen saisonalen Höhepunkt unter dem Hallendach eine Jahresbestleistung oder gar einen „Hausrekord“ aufstellen konnten, haben allen Grund zur Freude. Das ist ganz pauschal fernab von Namen, Zeiten, Höhen und Weiten zu konstatieren und würdigen.
Die Hauptsache ist gerade für die Amateure reinsten Wassers bei den Talenten von gestern und vorgestern der Spaß an der Freud'. Und dafür hat jede/r ganz persönliche Parameter. Allen Zufriedenen mit einem virtuellen Blumenstrauß einen aufrichtigen Glückwunsch, allen Übrigbleibenden Mund abwischen und unverdrossen weitermachen! Geduld und Langmut zahlen sich bisweilen aus.