Hallen-DM: Vollkommen inhaltsleeres Magnesiaverbot bleibt bestehen

(Erfurt/Krefeld, 29. Februar 2020) Gehörigen Staub wirbelte das nach etlichen Hinweisen entrüsteter Kugelstoßer auf das Info-Blatt zum Magnesiaverbort von uns angestoßene Thema auf. Eine interessante, bebilderte Stellungnahme erhielten wir vom Württembergischen Para-Landestrainer Thomas Strohm aus Waiblingen: „Das Bild zeigt Niko Kappel vom VfL Sindelfingen im Ring, der bei den Deutschen Para-Leichtathletik-Hallenmeisterschaften am 15.Februar in Erfurt mit 13,71m einen neuen nationalen Hallenrekord der Klasse F41 aufstellte. Es ist zu sehen, dass er eine weiße Handinnenfläche hat (auch die Kugel und das rechte Hosenbein sind weiß, die Redaktion). Das Magnesia dazu hat er der rechts im Bild zu sehenden Wanne entnommen, die vom Veranstalter bereitgestellt worden ist.“

Kunststoffbahn würde durch Magnesia gravierend verschmutzt

Dieses Behältnis kenne ich als Kugelstoßer, so lange und so oft, wie ich seit 2002 bei der Senioren-Hallen-DM just auf dieser Anlage gestartet bin. Zuletzt 2018. Wie schon im gestrigen Beitrag erwähnt, sind wir vom Hauptkampfrichter sogar eindringlich „gebeten“ worden, dass Magnesia aus den bereits ebenfalls geschilderten, nachvollziehbaren Gründen zu benutzen. Noch zum besseren Verständnis: Das transportable Gerät auf Rollen nebst Inhalt hat nicht der Thüringer Leichtathletik-Verband (TLV) oder sonst wer aus dem Hut gezaubert, sondern entstammt dem Fundus der Halle und ist somit im Besitz des Hausherrn Sportbetrieb Erfurt. Der hat nunmehr für alle arglosen Beteiligten plötzlich das stringente Verbot ausgesprochen. Abenteuerlich und geradezu hanebüchen ist die mir bekannt gewordene Begründung, dass durch das Magnesia die angrenzende Kunststoffbahn „gravierend verschmutzt“ würde. Aberwitzig. Dazwischen liegt noch ein etwa 1,5 Meter breiter Weg, und der äußere Kurvenrand des 200-m-Ovals ist geschätzt rund einen Meter höher. Und seit wann weht auf einer blauen Gymnastikmatte einen leichten Abdruck hinterlassendes Magnesia beliebig und weit durch die Gegend? Eine an Einfältigkeit nicht mehr zu überbietende Ausrede!

Bei aller Autonomität wird mit zweierlei Maß gemessen

Halten wir indes fest, dass er
als Hallen-Betreiber autonom und autark ist was die Hausordnung anbelangt. Allerdings sieht es verdächtig nach Willkürakt aus. Früher wurden im Wilden Westen auf einem Treck auch nicht mitten im Strom die Pferde gewechselt. Das hätte geschmeidig, zunächst für alle unbemerkt, nach dieser Saison beschlossen und für die kommende von 2020/21 in Kraft gesetzt werden können. So wird unstrittig zu bisherigen saisonalen Sportfesten und Meisterschaften mit zweierlei Maß gemessen. Messungenauigkeiten eingeschlossen.

DLV ließ sich willfährig über den Verhandlungstisch ziehen
 
Und es sei nicht vergessen, dass es auch stets noch einen Vertragspartner gibt, in diesem Falle den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) als Patron der Veranstaltung, der schließlich eine erkleckliche Hallenmiete zu bezahlen hat. Es wäre an ihm gewesen, sich auf die ad-hoc-Entscheidung im Interesse seiner "Schutzbefohlenen" nicht einzulassen. Doch er ließ sich willfährig über den Verhandlungstisch ziehen. Es geht ja nur um Senioren/innen. Mit denen kann man's ja machen. Mit einem Spikesverbot für sie ist es nicht mehr weit hin.
Obwohl auf unsere Intervention hin und Einschaltung von DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf (Eisenach) angeblich alle denkbaren Versuche für eine Rücknahme unternommen worden seien, bleibt es nach dessen letzten Information von gestern Abend 20:30 Uhr bei dieser inhaltsleeren, völlig unverständlichen Maßnahme nach Art des Amtsschimmels. Diesmal konnten wir leider nicht helfen.
Hinweis auf einen weiteren DM-Bericht zum gestrigen Auftakt in unserem Fenster Ergebnisse. Jedoch auch von hier aus geht es mit der nachfolgenden Verlinkung direkt zur Online-Ergebnisliste.