Petition pro russische Senioren-Leichtathleten ins Leben gerufen

(Minsk/Krefeld, 26. Januar 2020) Was bewusst als „geheime Kommandosache“ gehandelt worden ist, wird selbstverständlich nach alt hergebrachtem journalistischem Brauch aus Gründen des Informanten- und Vertrauensschutzes nicht schon vor der offiziellen Bekanntmachung öffentlich gemacht. Deshalb haben wir uns ungeachtet im Wissen darum in unserem gestrigen Beitrag „Weißrussland kommt beim ,Reise- und Sonnenkönig‘ der EMA nicht vor“ ein wenig nebulös ausgedrückt. Jetzt können wir jedoch sinnbildlich die Katze aus dem Sack lassen. Auf Initiative von EMA-Ehrenpräsident Dieter Massin aus Ahlen in Westfalen wurde gestern im Rahmen der von neutralen Zuschauern (also nicht Aktive, Trainer, Betreuer auf dem Teilnehmerblock) sehr gut besuchten 4.Offenen Weißrussischen Senioren-Meisterschaften in der fast 2 Millionen Einwohner starken Metropole Minsk eine Petition ins Leben gerufen.

Kollektivschuld und Sippenhaftung eine schreiende Ungerechtigkeit

Denn es ist eine schreiende Ungerechtigkeit, dass die Senioren aus Putin-Land im Zusammenhang mit dem Staatsdoping suspendierten russischen Leichtathleten in Sippenhaftung genommen werden und eine Kollektivschuld unterstellt wird. Da sie keinem Anti-Doping-Pool angehören, können sie auch nicht ihre sportliche Sauberkeit unter Beweis stellen. Für sie hätte es schon längst eine „Lex Specialis“ geben müssen, die nunmehr mit allen zu Gebote stehenden Mitteln durchgesetzt werden soll. Ein Teil davon ist die Unterschriften-Aktion sich so
lidarisch erklärender Sportler aus aller Herren Länder. Dabei war es sicherlich ein kluger Schachzug, dies auf einer Masters-Veranstaltung in Osteuropa zu starten, an der 340 Athleten/innen aus 13 Nationen teilgenommen haben.

Dieter Massin als Werbebotschafter

Der Initiator selber rührte kräftig die Werbetrommel. Er wies nicht nur in einem live über YouTube ausgestrahlten und auch über die Hallen-Lautsprecher akustisch übertragenen Interview auf die Petition hin, sondern ging auch ganz direkt auf Stimmen- und Unterschriftenfang. Ein höchst prominenter Vertreter der Zunft ist Weltklasse-Sprinter Dan Brown (M55) aus Großbritannien (mit Massin im Bild), seines Zeichens als bester Europäer 2019 der Kategorie Kurzstrecke ausgezeichnet.

Margit Jungmann gefordert

Nunmehr muss die Aktion indes auf ein wesentlich breiteres Fundament gestellt werden, damit sich möglichst viele Gleichgesinnte daran beteiligen können. Wann und wie das geschieht, damit gehen wir natürlich schnellstmöglich auf Sendung. Noch schöner wäre freilich, wenn sich WMA-Präsidentin Margit Jungmann aus Rehlingen an ihre schon vor Monaten gemachten Lippenbekenntnisse erinnern und von sich aus tätig würde (siehe gestrigen Beitrag).
Redaktioneller Hinweis auf später noch folgende Beiträge in den Fenstern Ergebnisse und Flurfunk.