DLV hat in 13 Jahren knapp über 100.000 Mitglieder verloren

(Darmstadt/Krefeld, 20. Dezember 2019) Mitunter liefert man sich selber die Steilvorlage zu einem Thema. Im Zuge des gestrigen Beitrages habe ich die Mitgliederzahl des Deutschen Leichtathlet-Verbandes (DLV) recherchiert und danach gerundet mit 800.000 angegeben. Es geht auch genauer, und die Tiefenanalyse fördert noch so manches Interessantes zu Tage. Erstmals über 900.000 Mitglieder" lautete die Meldung auf der Verbandsnetzseite am 10.Oktober 2006. Ganz global betrachtet geht es seither beim DLV in der von ihm so benannten „Mitglieder-Bestandserhebung“ kontinuierlich bergab. Bei den ihm noch angeschlossenen 7.521 Vereinen ist 2019 gegenüber dem Vorjahr (809.007) ein linearer Rückgang von 1,21 Prozent auf 799.205 zu verzeichnen. Mithin im negativen Sinne der Durchbruch nach unten der oben genannten gerundeten „magischen Marke“ von 800.000. Das hat sicherlich vielerlei Gründe. Manche davon werden womöglich aus einer nachvollziehbaren Verärgerung heraus hausgemacht sein. Stammbesucher von Lampis wissen, was da so alles gemeint sein könnte. Auf einen kurzen Nenner gebracht: Mit ständigen Verschlimmbesserungen wird auf Teufel komm 'raus kaputtreformiert.

Erdrutschartig ging es in Bayern um 6,47 Prozent bergab

Doch was mit „linear“ schon anklang, ist eben nicht durchgängig bei den 20 Landes- und Regionalverbänden anzutreffen. Da gibt es ein breites Spektrum in verschiedenen Bereichen von minus und plus. Geradezu erdrutschartig ging es mit 6,47 Prozent in Bayern (von 142.166 auf 132.964) in den Keller. Den größten Zugewinn von 5,36 Prozent verzeichnete der allerdings vergleichsweise kleine Landesverband Sachsen von 14.054 auf 14.807 Mitglieder.
Die Altersstrukturen sind (bewusst?) so belämmert angegeben, dass nicht einfach im Additionsverfahren der Anteil der Senioren/innen (ab 30 Jahre) saldiert werden kann. Dem steht paradoxerweise die Altersgruppe von 27 bis 40 Jahren entgegen. Dem haben wir uns schlicht mit einer Durchschnittsberechnung (Mitgliederzahl geteilt durch 14 x 11) angenähert. Demnach sind es 399.234 Mitglieder der Ü30-Generation oder mit 49,95 Prozent sehr nahe an der Hälfte des Gesamtbestandes.
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