Malaika Mihambo und Niklas Kaul Deutschlands Sportler des Jahres

(Baden-Baden/Krefeld, 16. Dezember 2019) Es war eine rauschende Gala gestern Abend vor 700 geladenen, prominenten Gästen (wo anfangen, wo aufhören?) im Kurhaus von Baden-Baden, die vom ZDF live übertragene Proklamation zu den Sportlern und der Mannschaft des Jahres. Auch dramaturgisch von der veranstaltenden Internationalen Sport-Korrespondenz (ISK) in Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) bestens in Szene gesetzt. Die jeweiligen Sieger bekamen die Pokale mit einer kleinen Laudatio von ehemaligen Gewinnern überreicht, dazu zweimal mit direktem Bezug zur Disziplin. Das war stimmig und stimmungsvoll. Wenn überhaupt etwas störte, war es nach meiner bescheidenen Meinung das steife, hölzerne, gewollt witzig daherkommen wollende Moderatoren-Duo Katrin Müller-Hohenstein und Rudi Cerne mit zum Teil plumpen, unpassenden Bemerkungen. Aber der die Musik bezahlt, darf nun mal bestimmen wer zum „Kurkonzert“ aufspielt.
Aber offenbar hat der Mainzer Fernsehsender nichts Besseres in der Hinterhand. Thomas Gottschalk saß derweil im Publikum. Auf Fachwissen wäre es ja vordergründig bei feststehenden Ergebnissen und Geehrten nicht angekommen. Dafür gab es zudem die Laudatoren Heike Drechsler, Frank Busemann mit besonders launigen, pointierten Worten und der in Krefeld wohnhafte ehemalige NHL-Eishockey-Star Christian Ehrhoff.

Nach Harting und Obergföll wieder ein Leichtathletik-Paar vorne

Da lagen wir ja mit dem Tipp in unserer gestrigen Vorschau goldrichtig, dass die Zeit mal wieder reif sei für ein gemischtes Doppel aus der Leichtathletik. Wobei wer sonst bei den Frauen als die saisonale Alles-Gewinnerin Malaika Mihambo? Die 25-jährige Kurpfälzerin war in der Gunst der Sportjournalisten von den Abstimmungspunkten die überlegenste Auserwählte. Die bildhübsche Weitspringerin bestach obendrein als echter Hingucker, machte auch in ihrem eleganten Abendkleid eine glänzende, glamouröse Figur.
Gehofft hatte ich es natürlich auch, aber nicht erwartet, dass sich Zehnkämpfer Niklas Kaul gegen Triathlet Jan Frodeno durchsetzen würde. Der gewann immerhin schon zum dritten Mal den Ironman auf Hawaii, das härteste und anspruchsvollste Rennen der Welt, dazu in neuer, fantastischer Rekordzeit. Es war zwischen diesen beiden schlussendlich auch die knappste Entscheidung mit 1.973 zu 1.892 für Kaul, den mit 21 Jahren jüngsten Zehnkampf-Weltmeister der Geschichte.
Da wir gerade schon bei der Historie sind: Gestehe kleinlaut übersehen zu haben, dass nicht Heike Drechsler und Nils Schumann im Jahre 2000 das letzte Leichtathletik-Paar bei dieser Auszeichnung waren, sondern Diskuswerfer Robert Harting (ebenfalls unter den Gästen) und Speerwerferin Christina Obergföll in 2014.

Skisprung-Team vor dem Deutschland-Achter
 
Der auch bei Sportlerwahlen vom Erfolg geküsste Deutschland-Achter (Rudern) musste diesmal dem Skisprung-Team der Männer des damaligen Bundestrainers Werner Schuster den Vortritt lassen. Das Quartett mit Markus Eisenbichler, bei den Männern bereits als Dritter geehrt, Karl Geiger, Richard Freitag und Stephan Leyhe schlüpfte gewissermaßen vom Springer- in den Abendanzug. Wenige Stunden zuvor waren sie noch beim Weltcup in Klingenthal (Erzgebirge) im Einsatz, wurden mit dem Helikopter nach Baden-Baden geflogen. Ob sie auch Feierbiester sind oder sein dürfen? Jedenfalls gab Ehrhoff ihnen zum Abschluss seiner Laudatio vorsorglich mit auf dem Weg, nach der „After-Show-Party“ als der Rest vom Fest nicht zu vergessen, das Licht auszumachen.
Alle Ergebnisse und weitere ausführliche Informationen in Text und Bild unter diesem Link.