US-Sportartikelunternehmen stellt umstrittenes Oregon-Projekt ein

(Portland/Darmstadt/Krefeld, 12. Oktober 2019) Mitunter erledigen sich bestimmte Dinge von alleine. Beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in Darmstadt der Erfahrung und Überlieferung nach häufig durch längeres Liegenlassen oder Überantwortung in die Ablage unter „P“ wie Papierkorb. Diesmal kann er freilich nix für sein Glück und profitiert dennoch. Gestern waberte die weltbewegende Meldung (als gäbe es nichts Wichtigeres auf diesem Globus) durch Nachrichten-Sendungen des Hörfunks, schaffte Einzug auf Video-Textseiten und heute in die Sportteile von Tageszeitungen (da gehört es auch hin), dass der US-amerikanische Sportartikel-Gigant das nach ihm benannte und von ihm geförderte, schon länger umstrittene „Nike Oregon Project“ (NOP) in Portland einstellt.

Es ist mal gerade ein Dutzend Betroffener

Betroffen davon ist lediglich ein elitärer Kreis von zwölf NOP-Läufer/innen der absoluten Spitzenklasse, die bei den Weltmeisterschaften in Doha/Katar dreimal Gold sowie je einmal Silber und Bronze gewonnen haben. Letzteres durch Konstanze Klosterhalfen mit Stammverein TSV Bayer 04 Leverkusen, die noch in Doha stand- und wehrhaft erklärte, dort weiterhin trainieren zu wollen. Das hat sich nun erledigt, erspart dem DLV unangenehme Gespräche mit der 22-Jährigen und ihrem Management. Aber auch selber gerät der Verband aus der Schusslinie, der schließlich an Nike durch einen wahnwitzigen „Rentenvertrag“ (seit 2015) noch bis 2028 als Ausrüstungssponsor gebunden ist (siehe Kolumne vom 07.Oktober).