Herbert E.Müller im Mittelpunkt eines Artikels im Magazin "Die Zeit"

(Grevenbroich/Hamburg/Krefeld, 28. September 2019) Alter schützt vor Leistung nicht. Und noch ein Spruch mit hohem Wahrheitsgehalt im lateinischen Original: Mens sana in corpore sano (Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper). Wer ihn kennt, der wird zustimmen, dass dies beides auf den für die LAV Bayer Uerdingen/Dormagen startenden Allessrenner und Dauerbrenner Herbert E.Müller (*12.11.1929) aus Grevenbroich zutrifft. Der deutsche Senioren-Leichtathlet des Jahres 2017 könnte quasi hierfür Pate gestanden haben. Er ist ein Stratege, der alles seinen Sport betreffend generalstabsmäßig plant und durchtaktet, nichts, aber rein gar nichts dem Zufall überlässt. Dabei kommt dem einstigen Ingenieur für Elektrotechnik sicherlich bei seinem scharfen Verstand und wachen Geist zustatten, dass er „nebenbei“ noch im Klub wettkampfmäßig Gehirn gegen Gehirn Schach spielt. Da ist analytisches Denken gefragt, den nächsten Zug des Gegners voraussehen zu können und seinerseits darauf zu reagieren.

Ein immenser Aufwand für eine Personen-Story

Insofern eine vortreffliche Wahl des in Hamburg herausgegebenen Wochenmagazins für Politik, Wirtschaft, Wissen und Kultur „Die Zeit“ (richtig gelesen: sie unterhält keinen Sportteil), sich in der Rubrik „Dossier“ just jenen Herbert E.Müller in den Mittelpunkt einer großen Personen-Story vom Altwerden und Jungbleiben zu stellen. Vorigen Donnerstag erschien nun als Papierausgabe (inzwischen auch bei Zeit online) in dem großformatigen Edelblatt von lauter Edelfedern mit Chefredakteur Giovanni die Lorenzi, bekannt als Gastgeber der NDR-Talkshow „3 nach 9“, an der Spitze eine 2,5-seitige Reportage mit vier riesigen Farbfotos.
Das hat sich der Verlag eine hübsche Stange Geld kosten lassen. Die junge Autorin und Redakteurin Nicola Meier besuchte Herbert zu Hause bei einem Vorgespräch, begleitet ihn zu einem Abendsportfest nach Oedt (da rannte er die 100m in 18,04 sec., 17/100 scheller als im Vorjahr!), zu den Deutschen Senioren-Meisterschaften in Leinefelde-Worbis und zuletzt den Europameisterschaften der Ü35-Generation in Venetien.

Charakterstudie mit mutigen Aussagen verdient das Prädikat brillant

Als Journalistin mit Notebook und Wlan-Anschluss lässt sich das „Home Office“ natürlich auch in einem Hotel in Jesolo einrichten. Das Produkt rechtfertigt den immensen Aufwand, war nicht preiswert, aber womöglich preiswürdig für eine journalistische Auszeichnung. Prädikat: Brillant! Sie/es beleuchtet die Innen- und Außenansichten vor allem des Neunziger in Lauerstellung Müller in einer Art Charakterstudie mit durchaus mutigen Aussagen, die sonst eher tabuisiert werden. Einer der vielen interessanten Anekdoten, dass Herbert sich seine Staffel praktisch selber zusammenstellte, Armin Zosel überredete den Halbmarathon sausen zu lassen, und in Teamwork mit Startläufer Eduard Bescheid sowie Schlussmann Fred Ingenrieth letztlich den Weltrekord der Chinesen über 4x400m der M85 um 27 Sekunden zu verbessern.
Quintessenz: Es lohnt sich, diesen unterhaltsamen, trotz der Länge kurzweiligen Lesestoff aufzurufen.