Multikulti in Österreich: Stimmungsvolle Titelkämpfe auf Top-Anlagen

(Amstetten/Krefeld, 26. August 2019) Was lernen wir aus deutscher Sicht von den Internationalen Österreichischen Masters-Meisterschaften am vorigen Wochenende im Umdasch-Stadion in Amstetten bei Linz? Einmal abgesehen von der logischerweise gleichermaßen scheußlichen grafischen Gestaltung und unübersichtlichen Kopfleiste vermögen unsere alpenländischen Nachbarn mit der Software vom Anbieter SELTEC in Bad Vöslau/A anders als bei uns zu Lande gescheit umzugehen. Da sind Männlein und Weiblein in der Ergebnisliste fein säuberlich getrennt, werden die Altersklassen chronologisch aufsteigend in der klassischen Reihenfolge von Lauf, Sprung, Stoß und Wurf dargestellt. Da kommt Freude auf und entlarvt das Gezeter vieler deutscher Organisatoren als bloße Schutzbehauptung, das Programm gäbe es einfach nicht anders her. „Ätschi-Bätschi", würde jetzt die ausgemusterte SPD-Vorsitzende Andrea Nahles konstatieren.

Marianne-Maier-Festspiele: Sieben Starts, sieben Titel

Ansonsten ist es natürlich auch viel Arbeit, sich in geordneter Form durch den Wust an Resultaten zu kämpfen. Kaprizieren wir uns also auf die in unserer Vorschau genannten beiden Heroen aus „Felix Austria“. Bei den fortgeschrittenen Mädels wurden es die erwarteten Marianne-Maier-Festspiele. Die 76-jährige Vorarlbergerin war auch jeweils mit Gegnerinnen quasi konkurrenzlos, trat sieben Mal in der W75 an und gewann genauso oft die Bewerbe, wie sie es landestypisch formulieren.
Dem hatte Gottfried Gassenbauer (im Bild) aus Wien lediglich das Solo im Hammerwerfen entgegen zu setzen. Der kürzlich 61 Jahre jung gewordene „ewige Gassenhauer“ setzte sich jedoch gegen seine vier „Opfer“ in der M60 hoch überlegen mit 54,61m und gewaltigen Vorsprüngen durch. Wenngleich er rund vier Meter unter seiner Saisonbestleistung blieb, war „Gassi“ mit seiner Weite zufrieden. Denn aufgrund gleich dreifacher Verletzungsprobleme (LWS, Adduktoren, Knie) musste er überhaupt erstmals bei einem Wettkampf ein – selbstverständlich erlaubtes – Schmerzmittel einnehmen. Nicht gerade sediert, aber leicht abgedimmt drückte das zusätzlich auf die Leistung. Sein kleines Resümee von den Titelkämpfen: „Die Stimmung bei den Meisterschaften war ausgezeichnet, die Anlagen in Amstetten top, die Starterfelder durchweg groß genug. Schön auch die hohe Zahl an ausländischen Teilnehmern.“

Walter Kühndel Doppel-Sieger mit Diskus und Speer

Damit wären wir gleich beim Stichwort. Es gab unter den Gästen aus 15 Nationen etliche Gesamtsieger. Deutscherseits sei stellvertretend der weithin bekannte und erfolgreiche Werfer Walter Kühndel (*1952) vom TV Dingolfing erwähnt, der in der M65 mit Diskus (41,03m) und Speer (42,73m) gewann. Alles Weitere in der nachfolgend verlinkten Ergebnisliste.