DM: Mit 214 Gemeldeten beim Wurf-Fünfkampf 15 mehr als 2018

(Zella-Mehlis/Krefeld, 09. August 2019) Kugel, Diskus, Speer und Hammer, ist bei uns der große Jammer lautete selbst in den Blütenzeiten der Leichtathletik der Spruch unter Werfern. Nicht, dass es zu wenige davon gab. Vielmehr wurden sie von je her stiefmütterlich behandelt. Das ist noch immer so. Erst recht bei den Senioren/innen. Aber immerhin haben sie seit dem der amerikanische Gewichtwurf mit dem Schlenker Niederlande über den großen Teich schwappte mit dem Wurf-Fünfkampf eine Meisterschaft ganz für sich, wo ihnen die alleinige Aufmerksamkeit gilt. Bereits zum 21.Mal werden an diesem Wochenende diese nationalen Titelkämpfe in dem ganz speziellen Mehrkampf ausgetragen. Erneut am bewährten Standort in der Arena „Schöne Aussicht“ im thüringenschen Zella-Mehlis. Dazu haben 214 Aktive (143 Männer, 71 Frauen) ihre Meldungen abgegeben. Das sind in Summe 15 mehr als im Vorjahr mit 199 (141/58). Erfreulich! Denn heutzutage sind Steigerungsraten bei der Ü35-Generation eher die Ausnahme als die Regel.

Mehrheit der Mehrkämpfer aus Spaß an der Freud‘ dabei

Allerdings handelt es sich durch die Bank keineswegs um Wurf-Allrounder mit einem breit angelegten Leistungsteppich. Die weit überwiegende Mehrheit bei diesem Mehrkampf von Stoß und Wurf sind Spezialisten, die allenfalls zwei Disziplinen passabel beherrschen (gute Hammerwerfer decken sie mit dem artverwandten Gewichtwurf automatisch ab, damit holen sie oft 50 und mehr Prozent der Punkte) und sich aus Spaß an der Freud' mal derer fünf gönnen. Die wirklichen Alleskönner in beiden Lagern, vorneweg M50- und 55-Weltrekordler Norbert Demmel (*1963) vom TSV Unterhachung, reduzieren sich – wohlwollend gerechnet – auf etwa zehn Prozent der Gemeldeten. Das belegen Jahr für Jahr die Ergebnislisten. Und diesmal wird es garantiert genauso sein. Andererseits wäre es eine armselige Veranstaltung, wenn nur die Medaillen-Kandidaten in die „Bütt“ gingen. Es ist halt auch so ein bisschen das große Fest der sehr ähnlich tickenden Werfer-Familie.

„König“ Richard Rzehak gibt sich und der Veranstaltung die Ehre

Die weitere Vorschau überantworten wir der Meldeliste. Gleichwohl noch Ehre wem Ehre gebührt: Im wahrsten Wortsinne wird der noch 89-jährige „König“ Richard Rzehak (*13.10.1929) vom SC Preußen Erlangen mit dem Alleinstellungsmerkmal in der M90 der Alterspräsident dieser zweitägigen Meisterschaften sein. Wobei er zumindest dereinst das Attribut „Vielseitigkeit“ er- und ausfüllte. Der Franke gewann vor nunmehr 30 Jahren in der M60 bei den „Deutschen“ in Scheeßel (Niedersachsen) als bislang einziger Athlet alle vier Einzeltitel mit Kugel (14,43), Diskus (52,32), Speer (53,08) und Hammer (56,42m). Damit hätte er im Übrigen auch bei der DM 2019 alles zumeist hoch überlegen gewonnen (13,90, 46,92, 42,96, 48,40m).