Der (Zehnkampf-)König ist tot: Werner von Moltke verstarb 83-Jährig

(Nieder-Olm/Krefeld, 30. Juli 2019) Wenngleich es sich bereits um den vierten Nachruf in diesem Jahr für einen Leichtathleten handelt, werde ich mich an die traurigste aller Chronistenpflichten nie gewöhnen. Mit Werner Konrad Graf von Moltke (*24.05.1936) ist in der vergangenen Nacht ein gleichermaßen einst erfolgreicher Zehnkämpfer wie hochrangiger, sehr beliebter Amtsinhaber im Alter von 83 Jahren verstorben. Nach damaliger Wertung schaffte der in Thüringen geborene Wahl-Rheinhesse, der auf dem Höhepunkt seiner Karriere für den seinerzeit ruhmreichen USC Mainz startete, als erster Deutscher anlässlich der Europameisterschaften 1962 in Belgrad mit 8.022 Punkten damaliger Wertung den begehrten „Achttausender“. Der Titel blieb ihm dennoch um vier winzige Zähler verwehrt.
Das holte er als 30-jähriger bei der nächsten EM 1966 in Budapest nach und bestieg gemeinsam mit seinen Teamkameraden Jörg Mattheis (ebenfalls Mainz) und Horst Beyer vom VfL Wolfsburg zum kompletten Triumph das Podest. Damals titelten die Zeitungen: „Der Graf krönte sich zum König“. Das muss an dieser Stelle eigentlich nicht näher erläutert werden, dass die Zehnkämpfer wegen ihrer Vielseitigkeit „Könige der Athleten“ genannt werden.
Mehr zu dem Verstorbenen in einer zu seinem „Achtzigsten“ auf LAMPIS erschienenen launigen Laudatio von Alwin J.Wagner.