Da schwappte aus "America first" eine üble Story über den großen Teich

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(San Diego/Vaterstetten/Krefeld, 21. Juli 2019) Während sie hier zu Lande auf den einschlägigen Senioren-Netzseiten und selbst im Lokalteil der Landausgabe der unverdächtigen, angesehenen Süddeutschen Zeitung zum Karriere-Kehraus des 80-jährigen Guido Müller vom TSV Vaterstetten bei München Heldenverehrung betreiben (darin konnten und wollten wir nicht vorbehaltlos einstimmen), schwappt über den großen Teich aus von Präsident Donald Trump so betitelten America first eine „Fake News“ (?) über den großen Teich. Der sich gerne als investigativer Journalist bezeichnende Ken Stone aus San Diego verbreitete vorigen Montag auf seinem Internet-Portal masterstrack.blog ganz starken Tobak der Marke ungenießbar. Er brachte in „bittersüßen Nachrichten“ den Stein ins Rollen gehört haben zu wollen, dass Müller an Demenz leiden würde. Original-Wortlaut in englischer Sprache: „I had heard that Guido has been suffering from dementia.“  (Ich habe gehört, dass Guido an Demenz leidet).

Persönlichkeitsrechte von Guido Müller aufs Gröbste verletzt

Da stellt sich zwangsläufig spornstreichs die Frage woher und von wem Stone das gehört haben will? Gewiss nicht von Müller persönlich! Bei uns läuft so etwas unter Latrinengerücht – und in diesem konkreten Falle übelster Sorte. Konju
nktiv: Einmal rein fiktiv unterstellt, dass es stimmen sollte, ginge es hier nicht um eine simple Muskelzerrung, die bei Erwähnung ohne ehrenrührig zu sein nicht ausdrücklicher Zustimmung des Betroffenen bedürfen würde. Gerade bei Sportlern nehmen es sogar (Team-)Ärzte mit ihrer Schweigepflicht nicht so ganz genau (wieso eigentlich?). Doch hierbei würde es sich um eine schwerwiegende Erkrankung handeln, bei deren Veröffentlichung zwingend das Einverständnis des- oder derjenigen erforderlich wäre. Schließlich gibt es in unserer Republik so etwas Elementares wie Persönlichkeitsrechte. Die Würde des Menschen ist unantastbar, sagt bereits Artikel 1 unseres von vielen beneideten sowie häufig kopierten und nie erreichten Grundgesetzes.

Bei dem präsidialen Vorbild ist von seinen Bürgern nicht viel zu erwarten

Aber im einstmals gelobten Land der unbegrenzten (Un-)Möglichkeiten, den Vereinigten Staaten von Amerika, ist eh alles anders. Da tritt bereits die Karikatur eines Präsidenten Recht und Gesetz mit Füßen. Was soll da schon großartig von seinen Bürgern erwartet werden, die ein solches Vorbild haben?!
Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen einen zauberhaften Sonntag und eine kurzweilige 30. Kalenderwoche im allmählich für unsere Klientel immer tiefer werdenden sportlichen Sommerloch!