Ehedem angestrebte Fusion von LVN und FLVW vorerst (?) vom Tisch

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Duisburg/Kamen/Krefeld, 26. Juni 2019)
Es darf getreu dem Motto „Hoch lebe der Wasserkopf“ als typisch deutsche Eigen-, richtiger: Unart bezeichnet werden: Bei 16 Bundesländern leistet sich – im doppelten Wortsinne – die Leichtathletik sage und schreibe 20 Regionalverbände. Im vergleichsweise kleinen Rheinland-Pfalz sogar mit Rheinland, Rheinhessen und Pfalz derer drei und damit zwei zu viel. Baden und Württemberg sowie Nordrhein und Westfalen als jeweils ein zusammengehöriges Bundesland haben ebenfalls eigenständige Administrationen mit Sitz in Duisburg und Kamen. Eine Bündelung der Kräfte sieht anders aus, das Ziehen an einem Strang sowieso. Über etliche Stilblüten in diesem Zusammenhang haben wir im Laufe der Jahre unseres Bestehens (seit November 2009) schon mehrfach berichtet.

Ein Abgesang  2. Klasse in NRW

Nun sei nicht verschwiegen, dass nahezu überall (von Baden und Württemberg wissen wir es nicht mit Bestimmtheit) Fusionsbestrebungen laufen und liefen. Letzteres gilt für den Nordrhein (LVN) und Westfalen (FLVW). Nach jahrelangen Bemühungen muss das Unternehmen „Zusammenschließung“ wohl als vorerst (?) gescheitert angesehen werden. Der FLVW vermeldet in seiner Newsletter 3/2019 vom 19.Juni, dass nach Beschlüssen der jeweiligen Präsidien der Dachverband „Leichtathletik NRW e.V.“ zum 31.Dezember 2019 aufgelöst werden soll, so dass beide „Regionalligisten“ am 01.Januar 2020 wieder selbständig agieren. Es folgen so pflaumenweiche Formulierungen, dass dies keine generelle Absage einer Kooperation in einigen Teilbereichen bedeute, insbesondere von NRW-Meisterschaften.
Nennen wir jedoch das Kind beim Namen: Es handelt sich um einen Abgesang  2. Klasse mit ganz vielen Misstönen, Lippenbekenntnissen, Scheinverhandlungen und Störfeuern in der jüngeren Vergangenheit. Das Thema scheitert im Grunde seit je her daran, dass die Leichtathleten in Westfalen sich erst einmal vom übermächtigen Bruder Fußball abkoppeln müssten. Denn die Firmierung und Verzahnung erfolgt schließlich unter der Bezeichnung „Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen e.V.“. Und es geht hier wie da auch immer um Besitzstandswahrung Hauptamtlicher sowie Posten und Pöstchen von an ihren Sesseln klebenden Ehrenämtlern. Das durch zwei geteilt ist für die Hälfte der Betroffenen nicht sonderlich spaßig.
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