Christi Himmelfahrt: Ein paar Gedanken zum feierlichen Vatertag

Kolumne

Moment mal

(Christi Himmelfahrt, Krefeld, 30. Mai 2019)
Ohne mir hier den Hobby-Psychologen anmaßen zu wollen, ist zunehmende Vereinsamung in unserer immer älter werdenden Gesellschaft eine nicht auf meinem Humus gewachsene Erkenntnis. Die Feststellung, dass niemand in unserer multimedialen Kommunikationswelt einsam sein müsse, ist meines Erachtens völliger Humbug. Erstens können oder wollen gerade älterer Bürger die modernen Medien häufig nicht nutzen, zweitens machen sie mit einem Verschanzen dahinter noch einsamer und drittens sind unmittelbare soziale Kontakte von Mensch zu Mensch durch rein gar nichts zu ersetzen. Aber auch dazu muss nun einmal die Initiative ergriffen werden. Es wird keine/r an der Haustüre klingeln, um jemanden aus seinem allzu stillen Kämmerlein heraus zu holen.

Initiativ muss schon jede/r selber werden

Den ersten Schritt muss schon jede/r selber machen. Der Möglichkeiten gibt es viele, sich aus seiner Isolation zu befreien. Stadt-/Gemeindeverwaltungen, Volkshochschulen und Vereine für betagte Bürger können vielfältige Angebote unterbreiten. Zusätzlich einfach mal in der Buchhandlung seines Vertrauens stöbern und sich beraten lassen. Da gibt es viele schwarz auf weiß gedruckte Ratgeber zum Thema von mitunter prominenten Zeitgenossen. Der frühere Spitzenpolitiker und ehemalige Vizekanzler Franz Müntefering, der seit sechs Jahren nicht mehr die Zügel der Macht in Händen hält und inzwischen 79-jährig ist, hat unlängst das Buch „Unterwegs: Älter werden in dieser Zeit“ veröffentlicht. Da ich es (noch) nicht gelesen habe, vermag ich nicht zu beurteilen, ob es in der Sache wirklich nützlich und hilfreich ist. Aber wenn er so amüsant und unterhaltsam schreibt wie er frei von der Leber weg plaudert (ich habe ihn jüngst in mehreren Talk-Shows gesehen und gehört), ist es sicherlich lesenswert.
In diesem Sinne ein schönen Feiertag, der diesmal den Vätern und solchen in Lauerstellung gewidmet ist. Macht was draus!