Ein Brandbrief soll retten, was vermutlich nicht mehr zu retten ist

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Lausanne/Krefeld, 06. April 2019)
Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger. Der launig-flapsige Spruch verheißt indes Hilflosigkeit. Genau das trifft auf den europäischen Senioren-Verband European Masters Athletics (EMA) mit Briefkastenadresse in Lausanne am Genfer See (Schweiz) zu. Denn nach dem Malmö (Schweden), London (England) und Lissabon (Portugal) ihren Bewerbungen für die kommenden Europameisterschaften der Ü35-Generation (auf die Stadion-EM 2019 in Venedig müsste 2020 die in der Halle folgen) zurück gezogen haben, steht die EMA ab 2020 momentan buchstäblich blank da. Woher bei den notwendigen langen Vorlaufzeiten die noch generieren? Dass die nicht mit der Einladung der Teamleiter während der Hallen-WM im polnischen Torun (wir berichteten) ausfindig zu machen sein würden, dürfte keiner ernsthaft erwartet haben. Selbst der hemdsärmelig wirkende präsidiale Berufsoptimist nicht. Da muss schließlich eine ganz Menge mehr hinter stecken, als das bloße Lippenbekenntnis eines nationalen Verbandsfürsten.
Nun hat also der ratlose EMA-Präsident Kurt Kaschke aus Gütersloh in Westfalen zu einem weiteren Strohhalm gegriffen. Der 63-Jährige „Twist- und Traumtänzer“ veröffentlichte auf der Netzseite der Dachorganisation bei der Suche nach Ausrichtern eine Art Brandbrief, dass das Präsidium „auf neue Angebote warte“. Eine sehr optimistische Herangehensweise, die wenig Aussicht auf Erfolg verspricht.
Jetzt wäre es vornehmlich an Kaschke endlich mal zu beweisen, dass er besser ist als sein wenig schmeichelhafter Ruf des horrende Spesen verursachenden selbstverliebten Reise- und Sonnenkönigs.