Medaillenspiegel insbesondere bei Senioren so überflüssig wie ein Kropf

(Torun/Darmstadt/Krefeld, 03. April 2019) Unser längst obligatorischer, bei unseren Stammbesuchern weithin beliebter April-Scherz hat die eigentliche Nachrichtenübermittlung in den letzten beiden Tagen zurückgedrängt. Freilich wurde nichts Brandaktuelles verpasst. Das nach internationalen Titelkämpfen zwangsläufig aufkommende Thema „Medaillenspiegel“ läuft uns schließlich nicht weg. Wären wir wieder bei unserem Leserstamm, dem dazu die Haltung von LAMPIS hinlänglich bekannt ist: Er ist nämlich so überflüssig wie ein Kropf, sagt über die wahre Leistungsstärke der sehr unterschiedlich großen respektive kleinen nationalen „Vertretungen“ aus aller Herren Länder (bei der WM in Torun waren es 88) nichts aus. Es ist also ein veritabler Trugschluss und zeugt von großer Einfältigkeit, dass der DLV in seiner Senioren-Spielecke auf der Verbandsnetzseite die „deutsche Mannschaft“ als im Medaillenspiegel deutlich vorn liegend abfeiert.

Es gibt überhaupt keine offizielle deutsche Mannschaft

Denn es mangelt streng genommen schon an der vom DLV genannten Begrifflichkeit (siehe oben). Denn die Ü35-Generation wird nicht von ihrer zuständigen Dachorganisation nominiert, sondern entsendet sich auf eigene Kosten selber. Das öffnet dann auch hier zu Lande Sporttouristen Tür und Tor, die als Teilnehmer bei einer WM oder EM nichts verloren und mithin nichts zu suchen haben/hätten. „Einheitlich“ (siehe Abbildungen) ist allenfalls das Trikot, das allerdings auch nicht gestellt wird, sondern überteuert erworben werden muss. Es ist zudem ein „Merchandising“-Artikel, der mit fehlendem Bundesadler dem echten Nationaldress lediglich ähnelt.

Götze Medaillenspiegel nichts als eine Milchmädchenrechnung

Wenn schon dem Götzen Medaillenspiegel gehuldigt wird, dann doch bitte in Relation zu den Erfolgen im Verhältnis zu den Meldezahlen der jeweiligen Nationen und nicht nach Art des Milchmädchens. Genau diese faire Rechnung macht kein Geringerer als EMA-Ehrenpräsident Dieter Massin (im Bild) aus Ahlen in Westfalen in einem ausführlichen Beitrag der Facebook-Gruppe „EMA Friends“ auf. Danach liegen die Germanen mit einer Ausbeute von 55,2 Prozent deutlich hinter den USA (72,6 %) auf dem zweiten Rang. Es gibt im Übrigen noch andere Möglichkeiten, einen Medaillenspiegel aufzustellen, als allein anhand absolut gewonnenem Edelmetall. Da sind der Fantasie praktisch keine Grenzen gesetzt, ist von uns vor Jahren schon thematisiert und diskutiert worden.
Drum merke: Traue keiner Statistik, die nicht von dir selber „gefälscht“ worden ist.