Olympia-Dritte Kirsten Hilbig verlieh W40-Hammerwurf gehörigen Glanz

(Torun/Krefeld, 29. März 2019) Weil’s so schön ist, ergehen wir uns mal ein wenig in Prosa. Ein Hauch von Olympia wehte nicht nur durch die rosarote deutsche Brille betrachtet gestern über die Wurf-Anlage bei den Senioren-Weltmeisterschaften im polnischen Torun. Kirsten Hilbig (*21.01.1977), geschiedene Klose und geborene Münchow (im Bild), eine der Pionierinnen im Hammerwurf der Frauen und ihres Zeichens Olympia-Dritte bei den Sommerspielen 2000 in Sydney (Australien), verlieh dem Wettbewerb der W40 gehörigen Glanz. Der/das war dann für ihre lediglich fünf „Opfer“ des Guten eindeutig zu viel. Dier 42-Jährige hatte bereits auf die Zweitplatzierte einen voluminösen Vorsprung von 9,47m und warf fast doppelt so weit wie die Sechste. Beim besten ihrer vier gültigen Versuche gleich zum Auftakt wurden 54,81m gemessen. Damit blieb die Top-Athletin vom VfR Evesen in Niedersachen, für den sie auch als Trainerin tätig ist, lediglich 31 Zentimeter unter ihrem deutschen Rekord aus dem Jahre 2017. Was ihre einsame internationale Klasse zumindest vor Ort in diesem Alterssegment zusätzlich unterstreicht, dass sie griffige 7,77 Meter weiter hämmerte als die sechs Jahre jüngere Siegerin der W35. Noch Fragen?

Ralf Mordhorst vollendete das begehrte Double von Kugel und Diskus

Nach seinem Erfolg im Kugelstoßen (15,02m) vollendete Ralf Mordhorst vom LAC Lübeck (*1973) bei seinem hoch überlegenen Titelgewinn im Diskuswurf der M45 mit feinen 50,63m dieses begehrte Double.
Darauf dürfte es auch bei Roland Heiler (*20.12.1938) von der LAG Obere Murg in der M80 hinauslaufen. Der Jung-Achtziger legte dazu schon einmal im Kugelstoßen den Grundstein, das er mit 13,61m klar für sich entschied. Dabei verfehlte der hünenhafte Badener den neun Jahre alten Hallen-Weltrekord (13,68m) des Finnen Leo Saarinen lediglich um sieben Zentimeter. Nun denkt der laienhafte Betrachter, dass es bei der geringen Spanne doch wenigstens eine nationale Bestmarke gewesen sein müsste. Denkste! Die hält der diesmal Drittplatzierte Lothar Huchthausen (*1935) seit 2015 mit 13,74m. Kein Schreibfehler! Das offenbart die ganze hausgemachte Absurdität, dass hier zu Lande die Startberechtigung in die nächst höhere Altersklasse mit dem Jahr und nicht, wie international üblich und logisch, erst dem Tag der Vollendung gegeben ist.  
Resultate aller deutschen Medaillengewinner. – Senioren,Kugel: M80 (12 Teilnehmer von 13,61 bis 6.58m): 1. Roland Heiler 13,61m, 3. Lothar Huchthausen 11,89m; M90 (5 TN von 9,30 bis 5,35m): 1. Franz Gries 9,30m.
Diskus: M35 (11 TN von 48,19 bis 14,06m): 3. Christoph Bischlager 45,90m; M40 (8 TN von 48,26 bis 29,41m): 3. Alexander Sommer 42,14m; M45 (9 TN von 50,63 bis 18,16m) 1. Ralf Mordhorst 50,63m..
Gewichtwurf: M55 (16 TN von 19,43 bis 9,84m) 2. Holger Fettke 18,92m.
Seniorinnen, Hammer: W35 (4 Teilnehmerinnen von 47,04 bis 23,05m): 2. Anne Reuschenbach 33,75m; W40 (6 TN von 54,81m bis 27,82m): 1. Kirstin Hilbig 54,81m; W45 (11 TN von 41,51 bis 20,55m): 1. Bettina Schardt 41,51m.
Alle Ergebnisse.