"Mr.Zuverlässig" Andy Dittmar leicht schwächelnd mit 17,32m zum Titel

(Torun/Krefeld, 27. März 2019) Manchmal ist es auch in der Leichtathletik wie bei Gipfeltreffen in der Fußball-Bundesliga, dass der Knaller weitaus mehr verspricht, als er zu halten vermag. So war es auch beim unter Insidern mit Spannung erwarteten Kugelstoß-Duell der mit 18-Meter-Weiten gemeldeten Giganten in der M40 gestern bei der Hallen-WM in Torun zwischen dem Alt-Vierziger Andy Dittmar (*05.07.1974) und dem irischen Nachrücker Sean Breathnach (*13.02.1979). Noch gewürzt mit der Auseinandersetzung von hergebrachter Angleit- und moderner Drehsstoß-Technik.
Ob es nun der Respekt voreinander war oder die elendig lange Wartezeit zwischen den Versuchen bei den 19 Teilnehmern und einer Wettkampfdauer von 75 Minuten – die sensiblen Kolosse mit dem angeblichen Gemüt eines Fleischerhundes taten sich ziemlich schwer. „Mr. Zuverlässig“ aus Gotha, bekannt und berühmt für die obligatorische 18 vor dem Komma, lieferte mit 17,32m aus dem fünften Versuch seine saisonal „schwächste“ Weite (zuvor 17,72m) unter dem Hallendach ab. Freilich lag er vom Auftakt (17,14m) an stets in Führung und gewann letztlich auch bei einer für ihn unterdurchschnittlichen Serie (noch x, 16,70 und 16,92) den Titel.

Mutmaßlich gültiger Versuch von 17,78m aberkannt

Bereits als Sieger feststehend, wollte der 44-jährige Thüringer im finalen sechsten Durchgang noch sein Meisterstück machen. Doch der Versuch wurde ihm seiner Ansicht nach zu Unrecht ungültig gegeben. Da er nicht mehr den Ablauf aufhielt, ist er auf seinen Wunsch hin nachgemessen worden und ergab 17,78m. „Damit wäre ich dann auch von der Weite her zufrieden gewesen“, ließ Dittmar uns wissen. Allein dafür einen Protest mit ungewissem Ausgang einzulegen verkniff  er sich. Sein irischer Widersacher von der „Grünen Insel“ hatte die für Drehstoßer nicht unübliche Streuung. Bei dem 40-jährigen Insulaner fiel sie besonders breit in einer Art Steigerungslauf von 15,29, 15,49, 16,09, 16,58, x, 17,12m aus.

Noch weitere fünf Goldene mit Kugel, Speer und im Gewichtwurf

Noch für goldenen Glanz im schwarz-rot-goldenen Dress sorgten mit der Kugel Rolf Mordhorst (M45), im Gewichtwurf Eva Nohl (W70) und Lieselotte Leiß (W85) sowie mit dem Speer Mareike Metz (W35) und Andrea Zahn (W45). Dies und weitere Medaillengewinner in unserem Ergebnisspiegel. Für den noch auf dem Programm stehenden Hammerwurf der M55 bis 70 müssen wir schon eine deutschsprachige Anleihe bei unserem österreichischen Repräsentanten Gottfried Gassenbauer aus Wien nehmen, der die M60 (22 Teilnehmer) mit der winterlichen Weltjahres-Bestleistung von 57,06m gewann.   
Resultate aller deutschen Medaillengewinner. – Seniorinnen, Gewichtwurf: W55 (11 Teilnehmerinnen von 15,15 bis 8,05m): 3. Ines Mikoleiczik 13,38m; W70 (12 TN von 11,67 bis 5,88): 1, Eva Nohl 11,67m; W75 (8 TN von 11,54 bis 9,61m): 2. Käte Scheikowski 11,47m; W85 (2 TN von 7,94 bis 7,22m): 1. Lieselotte Leiß 7,94m.
Speer: W35 (4 TN von 35,86 bis 29,26m): 1. Mareike Metz 35,86m, 2. Anne Reuschenbach 33,58m; W45 (7 TN von 35,19 bis 15,76m): 1. Andrea Zahn35,19m.
Senioren: Kugel: M35 (12 TN von 16,15 bis 10,00m): 3. Dominik Lewin 15,31m; M40 (19 TN von 17,32 bis 6,13m) 1. Andy Dittmar 17,32m; M45 (16 TN von 15,02 bis 6,58m): 1. Ralf Mordhorst 15,02m; M50 (von 15,57 bis 6,58): 2. Andreas Deuschele 15,30m.
Hammer: M65 (15 TN von 45,04 – 25,99m): 3. Gerhard Heduschke 43,53m. – Alle Ergebnisse.