"The Master of Desaster" neue Titulierung für präsidialen Gutsherrn

Kolumne

Moment mal

(Torun/Krefeld, 25. März 2019)
Er sammelt ungewollt, jedoch ungebremst wenig schmeichelhafte Titulierungen. Eine kleine Kollektion gefällig? Bitte sehr: Narzisst, Gutsherr, Reisekönig, Spesenritter, Meister des unkontrollierten Delegierens, Arbeitskreisbilder, Sesselkleber, Baumschullehrer, Trump für Arme. Das alles getreu der Devise „Macht macht süchtig“. Allerdings mitunter auch blind. Nunmehr wurde ihm aus Insiderkreisen ein neues unrühmliches Etikett ans Revers geheftet. Und da er international aufschlägt, bekam er es treffend und als Reim in englischer Sprache serviert: The Master of Desaster.
Den oder das hat er sich redlich verdient. Denn er ist drauf und dran den von ihm geführten und von seinem Vorgänger Dieter Massin dereinst im August 2012 als gemachtes Bett übergebenen Verband an die Wand zu fahren. Wer es immer noch nicht erkannt haben sollte – gemeint ist Kurt
„Kuddel" Kaschke, der Präsident des kontinentalen Senioren-Verbandes European Masters Athletics (EMA). Der Mann macht überall auf Schönwetter und die Honneurs, kümmert sich aber, nett formuliert, einen feuchten Kehricht um seine originären Aufgaben.

London, Lissabon und Malmö zogen ihre EM-Bewerbungen zurück

Ein Blick auf die rechte Spalte der EMA-Netzseite vermittelt, dass unter „Upcoming Championships“ (kommende Meisterschaften) auf Europa bezogen für 2020 und 2021 gähnende Leere herrscht. Derlei Titelkämpfe sind schlichtweg die Haupteinnahmequelle und das Reputationsprojekt dieser Dachorganisation. Unlängst zogen mit London (Großbritannien), Lissabon (Portugal) und Malmö (Schweden) drei Mitgliedsverbände ihre Bewerbungen für dieses und jenes, eben Halle und Stadion, zurück. Eine mittelschwere Katastrophe. Normalerweise müssten sich die kommenden Gastgeber bei der Stadion-EM im September 2019 in Venedig (Italien) schon den Athleten/innen präsentieren.

Alarmierende Zeichen der Zeit zumindest endlich erkannt

Immerhin hat jetzt endlich auch K.K.K. die alarmierenden Zeichen der Zeit erkannt. Der 63-jährige Vorruheständler mit neuem Wohnsitz Gütersloh (ehedem Freudenstadt im Schwarzwald) hat morgen im Rahmen der Hallen-Weltmeisterschaften in Torun die Delegationsleiter der angeschlossenen 51 Mitgliedsstaaten (es sind jedoch nur 41 anwesend) zu einer Werbeveranstaltung in erwähnter Angelegenheit eingeladen. Aber auch dabei ließ er kein Fettnäpfchen aus. Bereits im Vorfeld dazu ist ihm zweierlei übel genommen worden: Diese Einladung hat er die Wichtigkeit des Treffens unterstreichend nicht persönlich oder mindestens ein Präsidiumsvertreter vorgenommen, sondern wurde durch einen seiner vielen subalternen Handlanger verfasst. Und: Dieses Meeting, so es überhaupt entsprechend besucht wird, konterkariert terminlich das gleichzeitige erste Seminar des WM-Schirmherrn World Masters Athletics (wir berichteten).
Es bleibt im Interesse der Sache zu hoffen und wünschen, dass Kaschke als „Hallo, wach“ sinnbildlich gehörig der Marsch geblasen wird und er fortan als Akquisiteur Klinken putzen geht. Er reist doch gern und viel auf Kosten der Firma, die da EMA heißt.